In seinen furiosen jüngsten Shows „Freaks“ und „Bookshop“ hat das Münchner GOP seine Besucher mit Geschichten gefesselt, die auch nach dem Varietébesuch noch lange durchs Gedächtnis spuken. Dem neuen Programm „Neo“ fehlt dieser rote Faden. Das ist schade – bietet aber auch die Möglichkeit, die Artisten in den Mittelpunkt zu rücken.
Und das schafft „Neo“ exzellent. Denn neu sind hier die größten Talente des internationalen Varietés, quasi die Jamal Musialas des Jonglierens und der Akrobatik. Das GOP veranstaltet diesmal einen Talentschuppen, eine U21-WM der phänomenalen Begabungen. Zusammengehalten wird das Ganze von Moderator und Comedian Martin Quilitz. Der führt im Gedächtnisanzug von Peter Frankenfeld (und manchmal auch mit dessen Retro-Witzen) launig durch den Abend und hat viele Lacher auf seiner Seite. Über einen Schweizer Zuschauer, der zum „Skandal im Sperrbezirk“-Tanzen auf die Bühne verschleppt wird: „Bern und Anästhesist, das klingt nach einer Dopplung.“
Doch die Stars sind die jungen Varieté-Wunder. Jojo-Jongleur Shu Takada aus Japan lässt sein Gerät spektakulär über die Bühne schießen. Sylphie Currin aus den USA ist die erste Artistin, die im GOP „Hair Hanging“ zeigt – und nur an ihrem Kopfhaar in die Höhe schwebt. Da ist Martin Quilitz heilfroh über sein kahles Haupt. Und die Ikarus-Jünger Togni Brothers aus Italien schleudern sich so heftig in die Luft, dass man sich kaum hinzuschauen traut. Tolle Talente. Wenn Jamal Musiala in den letzten vier Spielen ähnlich gut kickt, kann mit dem Bayern-Meistertitel nichts mehr schiefgehen.
Weitere Vorstellungen
bis 2. Juli; Telefon 089/21 02 88 444.