Mehr Fernsehköche gibt es sonst nur im Fernsehen. Bei der ersten von zwei Shows von Sushi-Spezi Steffen Henssler im Münchner Circus Krone stand nicht nur der Gastgeber selbst auf der Bühne und schnackte über Spaghetti Carbonara oder über Butter auf dem Nutellabrot. Als Überraschungsgäste schneiten auch seine TV-Kollegen und Kumpels Frank Rosin und Ali Güngörmüş rein. Ergebnis: Viel Spaß und Jubel unter dem Motto „All you can klatsch“.
Diesmal hatte Hamburgs Meister der Herdplatten unter dem Motto „Manche mögen’s heiß“ gleich drei Kochstellen aufbauen lassen. Wichtiger Bestandteil des Erfolgsrezeptes ist dabei das liebevolle Dissen der Kollegen. Gleich zur Begrüßung mit Rammstein-artigen Flammenwerfern stehen Rosin, Güngörmüş und Steffens Lieblings-Freundfeind Tim Mälzer als Pappkameraden an den Tischen. Henssler über den jüngst vom Guide Michelin gestutzten Rosin: „Zwei-Sterne-Koch – war er. Ich bin sicher, nächstes Jahr ist der letzte Stern auch noch weg.“ Und über den optisch nicht allzu leckeren 200-Euro-Seeteufel, den er von Zuschauer Erich filetieren lässt: „Er wird nicht umsonst der Mälzer der Meere genannt.“
Ist aber alles nicht bös gemeint, was sich spätestens dann zeigt, als Rosin plötzlich auf die Bühne springt und weißen Spargel mit Avocadocreme und Himbeeren kosten darf. Bevor er die eigenwillige Henssler-Kreation lobt, klingt „Rose“ erst mal skeptisch: „Erst führt er mich vor, dann vergiftet er mich.“
Steffen Henssler zaubert Gurkensalat mit der Zitronen-Limo Sprite als Geheimzutat, oder eine Sushi-Bowl mit Crunchy Chicken. Und er verrät, dass schon Moses in seinem elften Gebot verfügt hat, dass ein Nutellabrot ohne Butter eine Todsünde ist. Knackig Kochen mit knackigen Sprüchen als Beilage – solche Henssler-Abende sind nicht neu oder spektakulär, haben aber eine absolute Geling-Garantie. JÖRG HEINRICH