Die Theaterdichte hierzulande gilt weltweit als einzigartig – und eine Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland findet es laut einer repräsentativen Umfrage richtig, dass die Bühnen weiterhin subventioniert werden. 76 Prozent der Befragten sprachen sich in der neuen Forsa-Umfrage im Auftrag des Liz Mohn Centers der Bertelsmann-Stiftung dafür aus, dass Theaterhäuser weiterhin mit öffentlichen Mitteln finanziert werden sollten.
82 Prozent waren der Meinung, Theater gehörten zu Deutschlands kultureller Identität. Die Umfrage zeigt allerdings auch einen Unterschied zwischen der wahrgenommenen Relevanz des Theaters und der tatsächlichen Nutzung. 37 Prozent der Befragten waren noch nie bei einem klassischen Konzert, einer Opern-, Ballett- oder Tanzaufführung. Befragte mit höherem Haushaltseinkommen besuchten solche Kulturangebote häufiger als Menschen mit niedrigem Einkommen.
Mit den Kulturstätten an ihrem Wohnort fühlten sich 43 Prozent der Befragten sehr oder eher verbunden. Aber auch negative Gefühle wurden deutlich. Insgesamt 26 Prozent aller Befragten sagten, dass sie sich in Theatern fehl am Platz fühlten. Von den 18- bis 29-Jährigen gaben das sogar 39 Prozent an. Unter den Wünschen an die Theater wurden eine soziale Preisgestaltung, spezielle Stücke für Kinder und Jugendliche sowie humorvolle Stücke besonders häufig genannt.
Aus den Ergebnissen hat das Liz Mohn Center konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Theater sollten sich demnach unter anderem mehr öffnen und als Treffpunkt verstehen, an dem beispielsweise auch Laien und Hobbyorchester auftreten können. Neben einer Anpassung des Preisgefüges bräuchten insbesondere die unter 30-Jährigen leichteren Zugang zu Programminformationen. „Die Politik hat den klaren gesellschaftlichen Auftrag, die bestehenden Strukturen zu erhalten, zu finanzieren und in ihrer dringend anstehenden Transformation zu unterstützen, um diese weltweit einmalige Kulturlandschaft für die kommenden Generationen zu erhalten“, sagte Dorothea Gregor, Kulturexpertin des Liz Mohn Centers.
Die Befragung „Relevanzmonitor Kultur“ soll 2025 und 2027 wiederholt werden.