Furioses Finale mit den Foo Fighters

von Redaktion

Positive Bilanz nach drei Tagen Rock im Park: Sonne satt und ausgelassene Stimmung

VON KATHRIN BRACK

Es ist einfach zu heiß. Nach nur einem Song schüttet sich Dave Grohl einen Becher Wasser über den Kopf. Schüttelt die braune Mähne, streicht sich die Haare aus dem Gesicht. Und stimmt im Licht der untergehenden Sonne „No Son of mine“ an. Mit dem umjubelten Auftritt der Foo Fighters endet am Sonntagabend nach drei Tagen Sonne, Musik und ausgelassener Stimmung die diesjährige Auflage von Rock im Park.

Berichte über schleppende Verkäufe und Unmut über die Ticketpreise hatten die Wochen vor den Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park bestimmt – doch davon merkt man auf dem Nürnberger Zeppelinfeld nichts mehr. Stattdessen: zehntausende Musikfans, die die Auftritte bei bestem Wetter genießen. Daran können auch die vielen Mücken nichts ändern, die den Sanitätern vor Ort zahlreiche allergiebedingte Einsätze bescheren.

Polizei und Rettungskräfte ziehen nach drei Tagen mit 70 000 Besuchern ein positives Fazit. Die Musikfans hätten sich friedlicher und rücksichtsvoller verhalten als in früheren Jahren, heißt es in einer Stellungnahme. Die Zahl der Delikte, die im Umfeld der Veranstaltung begangen wurden, sei auch in diesem Jahr sehr niedrig geblieben. Der Rettungsdienst verzeichnete ebenfalls weniger Einsätze als in den Vorjahren, wobei es sich in den meisten Fällen um kleinere Blessuren handelte. Mit einem dramatischeren Fall hatten es die Rettungskräfte jedoch am Samstag zu tun: Ein Festivalbesucher erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand und musste wiederbelebt werden.

Die Veranstalter haben weiter optimiert: Beim Bühnenwechsel hielten sich die Wartezeiten in Grenzen, das bargeldlose Bezahlsystem hat sich etabliert und größere Pannen blieben aus. Zudem wurde Rock im Park noch etwas grüner. Inzwischen setzen die Festivalmacher selbst bei schwerem Gerät auf E-Mobilität, die Mitarbeiter waren auf E-Rollern und E-Bikes auf dem Gelände unterwegs. Die einst riesigen Müllberge wurden merklich kleiner.

Der letzte Festivaltag dürfte in Sachen Einzeltickets der Spitzenreiter gewesen sein. Bereits am Nachmittag drängten sich Zehntausende vor der Utopia Stage, auf der als letzter Headliner die Foo Fighters erwartet wurden. Und kamen in den Genuss einer guten Portion Nu-Metal mit Limp Bizkit. Und des gefeierten Auftritts von Rise Against, die eine Mischung aus harten Riffs und entspannten Songs auf ihrer Setlist hatten.

Und dann waren da natürlich noch die Foo Fighters, die exklusiv bei Rock am Ring und Rock im Park auftraten – und ausgehend von der großen Zahl an Fanshirts der Publikumsmagnet am Sonntag gewesen sein dürften. Dave Grohl ist einer der großen Rockstars unserer Zeit, und ein sympathischer noch dazu. Als die Fans „The Pretender“ ohne Grohl weitersingen, lässt er sie erst gewähren. Und bittet dann inständig: „Lasst mich doch mit Euch singen!“

Wobei er an diesem Abend etwas mehr schreit, als dass er singt, was aber hervorragend zur Energie auf dem Zeppelinfeld passt. Dass die Foo Fighters überhaupt bei diesem Festival auftreten konnten, sagt Grohl, haben sie einem Mann zu verdanken: Josh Freese, der für den verstorbenen Taylor Hawkins an den Drums sitzt. Und passend zum furiosen Festivalfinale furios trommelt.

Nach Rock im Park ist vor Rock im Park: Der Vorverkauf für 2024 (7. bis 9. Juni) ist bereits gestartet.

Artikel 4 von 11