Kraftort des Meisters

von Redaktion

Die Strauss-Tage in Garmisch-Partenkirchen setzen auf die Verbindung von Musik und Natur

VON TANJA BRINKMANN

Richard Strauss an dem Ort zu erleben, der ihn inspiriert hat, an dem er neue Kraft für seine weltweiten Engagements tanken konnte – das ermöglichen die Strauss-Tage in Garmisch-Partenkirchen. Die Verbindung „Musik und Natur“ hebt auch der künstlerische Leiter Dominik Sedivy hervor, wenn er auf das Programm vom 14. bis 18. Juni verweist.

Schon beim Eröffnungskonzert mit der Musikkapelle Partenkirchen im Kurpark an der Schnitzschulstraße, die eigens neue Werke des Komponisten einstudiert hat, lässt sich das erleben. Aber auch bei Wanderungen auf Strauss’ Spuren. Die Höhepunkte kündigt Sedivy fürs Wochenende an. Das Kammerkonzert am Freitag, 16. Juni, „entführt das Publikum in die prachtvolle Welt der ausgehenden Spätromantik“. Man begegne Strauss umgeben von seinen Wiener Zeitgenossen des frühen 20. Jahrhunderts: Gustav Mahler, Erich Wolfgang Korngold und Franz Schreker. Dabei wollen die fünf Mitglieder der Wiener Kammersymphonie die große Geste mit kammermusikalischer Transparenz vereinen.

Beim Sinfoniekonzert tags darauf finden sich Orchesterwerke von Strauss programmatisch eingebettet in den Kontext der Musik der deutschen Hoch- und Spätromantik sowie der Strauss-Zeit. Am 17. Juni spielt die Pilsner Philharmonie unter der Leitung von Rémy Ballot nicht nur „Macbeth“ und die „Vier letzten Lieder“ von Strauss, sondern auch die selten aufgeführte Tondichtung „Richard III“ des Brahms-Freundes Robert Volkmann sowie die „Schottische Sinfonie“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Als Solistin konnte Sedivy die kanadische Sopranistin Sarah Marie Kramer gewinnen, die sich seit dem Meisterkurs bei den Strauss-Tagen 2022 zunehmend auf der Opernbühne etabliert. „Sie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir uns die Begleitung junger Ausnahmetalente im Rahmen unserer Möglichkeiten vorstellen“, betont Sedivy.

Die Gelegenheit, Heldentenor Andreas Schager einmal abseits der Opernbühne zu erleben, bietet sich am 18. Juni. Der Niederösterreicher präsentiert Lieder von Richard Strauss, die „Dichterliebe“ von Robert Schumann und Richard Wagners „Wesendonck-Lieder“.

Eine Besonderheit ist, „dass eigens für die Strauss-Tage in langwieriger Arbeit zwei Kabarett-Vorstellungen mit Musikbeispielen konzipiert wurden“, sagt Sedivy und schiebt vorsichtig nach: „Vielleicht ist ein mundartlich-humorvoller Umgang mit Strauss und seinen Sujets nicht für jeden eingefleischten Klassikprofi attraktiv.“

Informationen:

richard-strauss-tage.de.

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