Udo Kier als gealterter schwuler Friseur – was für eine unerwartete wie großartige Besetzung. Der Mann mit den stahlblauen Augen glänzt hier als wortkarger, verschrobener, auf den ersten Blick nicht besonders liebenswerter Pat Pitsenbarger, der im Altersheim vor sich hin vegetiert. Bis der Anwalt einer einstigen Kundin vor ihm steht, und ihn bittet, der gerade Verstorbenen für die Aufbahrung der Leiche ein letztes Mal die Haare zu richten. Zu Fuß macht er sich auf den Weg zu seiner alten Wirkungsstätte – und unternimmt gedanklich wie physisch eine Reise zurück in seine Vergangenheit. In der er sich alten Konflikten, Freunden, Widersacherinnen stellt. Der verhärmte alte Mann öffnet sein Visier. Was dann passiert, ist wunderschön und tröstlich. Ein Plädoyer dafür, nicht zu verdrängen, sondern sich dem, was einem Angst macht, zu stellen. Stark gespielt. kjk