Drei Tage Leseglück

von Redaktion

In München startet heute das Literaturfestival „Wortspiele“

VON ANDREAS PUFF-TROJAN

Lust auf neue Literatur? Dann kommen die „Wortspiele“, das internationale Festival für junge Literatur, gerade recht. Zum 14. Mal sind die „Wortspiele“ nun zu Gast in München – wie stets im Muffatwerk. Von heute an bis Freitag lesen 13 Autorinnen und fünf Autoren aus ihren neuen Werken – oftmals sind es Debüts.

Dass gut schreibende Schriftstellerinnen in diesem Jahr dominieren, verwundert Johan de Blank, Organisator des Festivals, nicht: „Die Zeiten, in denen maximal drei Autorinnen an den Start gingen, sind längst vorbei. Und bei der Auswahl der Schreibenden zählt für mich allein die Qualität der Texte.“ In den Büchern geht es oft um Familienangelegenheiten: Das reicht von einem fremdgehenden Vater (Stefan Sommer: „Trabant“, Otto-Müller-Verlag) über eine deutsche Auswandererfamilie nach Rumänien (Dorothee Riese: „Wir sind hier für die Stille“, Berlin Verlag) bis hin zu familiären Verstrickungen in die NS-Zeit und Eugenik (Laura Lichtblau: „Sund“, C. H. Beck).

Für München geht etwa Dana von Suffrin mit einer Geschichte über eine irrwitzige Kindheit in den Neunzigerjahren an den Start („Nochmal von vorne“, wir berichteten) sowie die in Sankt Petersburg geborene Slata Roschal. Sie hat, wie berichtet, in „Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“ (Ullstein) eine Übersetzerin im Blick, die sich anhand von Briefen deutscher Auswanderer die Frage nach einem möglichen guten Leben stellt.

Die Österreicherin Tara Meister erzählt von einer ungewollten Schwangerschaft, bei der eine Freundin der Mutter anbietet, künftig gemeinsam die Erziehung des Kindes zu übernehmen („Proben“, Residenz Verlag). Und der in Hamburg geborene Simon Elson hat zwar auch Familiensachen im Gepäck, jedoch als Hintergrundmotiv. Seinen jungen Helden in „Geschichte der Unordnung“ (Aufbau Verlag) zieht es nach Berlin, wo er als Schriftsteller berühmt und geliebt werden will. Inga Machel und Dana Vowinckel stehen mit ihren Debütromanen „Auf den Gleisen“ (Rowohlt) sowie „Gewässer im Ziplock“ (Suhrkamp) heuer im Finale für den Preis der Leipziger Buchmesse – bei ihnen geht es ebenfalls um Familienangelegenheiten.

An jedem Festivalabend wird vom Publikum in der Muffathalle ein Tagessieger oder eine Tagessiegerin prämiert. Am Freitag wird dann der Bayern2-Wortspiele-Preis vergeben, der mit 2000 Euro dotiert ist und verbunden mit einem Stipendium für das Goethe-Institut in Peking.

Weitere Informationen

sowie Karten gibt es unter www.festival- wortspiele.eu.

Artikel 1 von 11