IN KÜRZE

Trauer um den Sänger von „Hungry Eyes“ Nils Mohl erhält den James-Krüss-Preis Erpenbeck hofft auf den Booker-Preis Buchhandel streitet für Meinungsfreiheit

von Redaktion

„All by myself“, sein Song aus dem Jahr 1975 nach dem zweiten Satz aus Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 in c-Moll, machte ihn weltberühmt – jetzt ist der Sänger, Pianist und Gitarrist Eric Carmen mit 74 Jahren gestorben. Der US-Amerikaner war fünf Jahre Sänger der Raspberries, die er 1970 gründete. Richtig bekannt wurde Carmen jedoch erst als Solokünstler. Sein zweiter großer Hit mit Ohrwurm-Garantie war „Hungry Eyes“, einem der Stücke aus dem Film „Dirty Dancing“ von 1987. Danach verlief Carmens Karriere in ruhigeren Bahnen.

Der James-Krüss-Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur, der mit 8000 Euro dotiert ist, geht an Nils Mohl. Der Hamburger erzähle in vielen seiner Jugendromane auf unnachahmliche Weise von den Schwierigkeiten und dem Chaos des Erwachsenwerdens, hieß es in der Jurybegründung, wie die Internationale Jugendbibliothek in München mitteilt. Wie der Namensgeber des Preises schaue Mohl unverstellt auf die Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen in ihrer Zeit und teile ebenfalls mit Krüss den Sinn für das meisterhafte Spiel mit Sprache, heißt es weiter.

Die Autorin Jenny Erpenbeck, 1967 in Ost-Berlin geboren, hat mit ihrem Roman „Kairos“ Chancen auf den internationalen Booker-Preis. Die Geschichte einer Liebe vor dem Hintergrund der untergehenden DDR erschien 2021 im Penguin-Verlag, zwei Jahre später folgte die englische Übersetzung von Michael Hofmann bei Granta Books. In der Begründung der Jury heißt es: „Erpenbecks erzählerisches Können liegt in ihrer Fähigkeit zu zeigen, wie sich bedeutsame persönliche und historische Wendepunkte überschneiden, und das in einer exquisiten Prosa, die Tiefe mit Klarheit verbindet.“ Wer die Auszeichnung bekommt, steht am 21. Mai fest.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie Vertreter von Verlagen und Kommunikationsagenturen organisieren eine Aktionswoche für Meinungsfreiheit. Vom 3. bis 10. Mai sind Buchhandlungen und Bibliotheken, aber auch Kirchen, Vereine und Kommunen aufgerufen, Zeichen für die Meinungsfreiheit zu setzen. Peter Kraus vom Cleff, Chef des Börsenvereins, erklärte, Demokratie, Freiheit und Menschenrechte seien in Gefahr. Es brauche deshalb Signale für eine offene Gesellschaft, für Vielfalt und Freiheitsrechte.

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