UNSERE KURZKRITIKEN

Edle Kriminalliteratur

von Redaktion

Dass Martin Suter seine Kunstfiguren von Allmen und Herr Weynfeldt zusammenkommen lässt, war abzusehen. Zu sehr ähneln sich die beiden, zu sehr leben beide auf großen Fuß (auch wenn Allmen gern Geld ausgibt, das er gar nicht hat), und beide führen ein lässiges Dasein. Nun also treffen die beiden aufeinander. Es ist nur ein kurzer Plot: Ein unbekannter Picasso verschwindet aus der Kunstsammlung Weynfeldts, und Allmen macht sich mit seinem Diener Carlos und dessen Gefährtin Maria auf die Suche. Man begegnet Künstlern und solchen, die vorgeben, welche zu sein, man betritt Bars und Restaurants, man lässt sich beim Schneider einkleiden und man reist mit großem Gepäck. Auch wenn die Handlung eher mittelmäßig ist, der eloquente Tonfall der Protagonisten, die begnadet gezeichneten Charaktere – überhaupt der charmantspöttische und distinguierte Schreibstil Suters – machen das Buch zu edler Kriminalliteratur.
ELK

Martin Suter:

„Allmen und Herr Weynfeldt“. Diogenes, 224 S.; 26 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

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