Freut sich auf München: Kate Winslet. © Vianney Le Caer
Das neue Leitungs-Duo: Festival-Chef Christoph Gröner und Co-Leiterin Julia Weigl. © Filmfest München
Im Cuvilliéstheater werden die Preise vergeben. © bod
Seinen neuen Western stellt Viggo Mortensen vor.
„Igitt!“, rufen Buben und Mädchen, wenn sie solch eine Kussszene sehen. Und „Igitt!“ heißt einer der vielen zauberhaften Kinderfilme, die heuer beim Filmfest zu sehen sind. Alles andere als abstoßend. © Filmfest München (3)
Wenn man schon beim Trailer Gänsehaut bekommt, muss es das Filmfest München sein. Gestern Vormittag stellten der neue Festival-Leiter Christoph Gröner und Co-Chefin Julia Weigl das Programm für das cineastische Spektakel vor, das vom 28. Juni bis 7. Juli zum 41. Mal in ganz München läuft. Und gleich dazu den diesjährigen Werbefilm, der vor jeder Vorführung zu sehen sein wird. Wassergeplätscher, Möwenkreischen, wogende Wellen. Man hört’s, man sieht’s – und schon ist da das Gefühl von Sommer, Weite, Loslassen. Es folgen mitreißende Sequenzen aus einigen der 150 Festival-Filme. In sie alle möchte man mit Anlauf hineinspringen – und abtauchen. Der Trailer ist der perfekte Appetitmacher auf das, was uns in den zehn Tagen Filmfest erwarten wird. Auf dieser Seite gibt’s die wichtigsten Neuerungen, Höhepunkte, Informationen. Filmglück ab!
■ Die Gäste
Das Besondere am Filmfest München sind die vielen Begegnungen mit Menschen aus der Branche, die man in Filmgesprächen einmal hautnah erleben kann. In diesem Jahr kommen wie berichtet mit Kate Winslet und Jessica Lange zwei der größten weiblichen Schauspielstars nach München. Außerdem können sich Fans auf Viggo Mortensen freuen, der seinen Film „The Dead don’t hurt“ vorstellt, und auf Isabelle Huppert oder John Kay. Letzterer sang im Klassiker „Easy Rider“ (1969) das legendäre „Born to be wild“. Die Indieparty des Filmfests am 3. Juli, 22 Uhr (Bahnwärter Thiel), trägt passend dazu den Titel „Reborn to be wild“. Gröner: „Wir wissen nicht, ob Kay auf der Party spielen wird, aber wir wissen, dass er da sein wird.“ Und was wir damit sicher wissen: Es wird wild.
■ Das Programm
150 Filme, davon feiern fast die Hälfte in München ihre internationale, Europa- oder Weltpremiere. Und damit das Fischen nach den Filmperlen nicht mehr so umständlich ist wie zuletzt, kommt sie zurück, die vielgeliebte Übersicht auf Papier. Ab heute ist das gesamte Programm selbstverständlich auch online unter filmfest-muenchen.de verfügbar. Viel angenehmer aber ist es, analog durch die Seiten der Programmzeitung zu blättern, die in allen Spielstätten ausliegen wird. Daumen hoch, dass es dem Team auch dank der treuen Sponsoren geglückt ist, das gedruckte Format wieder einzuführen. Darin findet man Höhepunkte wie den Fernsehfilm „Wer ohne Schuld ist“. Eine „eierlegende Wollmilchsau der Fernsehunterhaltung“ nennt ihn Ulrike Frick, Programmchefin der Reihe Neues deutsches Fernsehen und Mitarbeiterin unserer Zeitung. Und empfiehlt dieses „Gefühlsdonnerwetter“ (zu sehen am 2. Juli, 15 Uhr, im Gloria; 5. Juli, 12.30 Uhr, HFF Kino 1). Oder „Rumours“ mit Cate Blanchett und Alicia Vikander (1. Juli, 19.30 Uhr, Astor; 3. Juli, 21.15 Uhr, Kino, Mond & Sterne; 4. Juli, 19 Uhr, Cinema): laut Gröner eine „völlig überdrehte Satire“ über einen G7-Gipfel, der aus dem Ruder läuft. Sehenswert – wie so vieles auf diesem Fest.
■ Die Tickets
Beim Filmfest ist jeder Tag Publikumstag. Der letzte aber noch ein kleines bisschen mehr. Denn neu ist in diesem Jahr: Am Abschlusstag gibt es eine Extraportion Programm. Hier kann man die Gewinnerfilme und weitere Höhepunkte aus dem Programm erneut sehen. Und zahlt pro Ticket nur 9,90 Euro. So hoch ist während des sonstigen Festivalzeitraums der ermäßigte Ticketpreis, der Standard liegt bei 12,90 Euro, für Kindervorführungen bei 6,50 Euro. Das Fünfer-Ticket kostet 57, das Zehner 109, das 20er-Ticket 198 Euro. Der Vorverkauf startet am Freitag unter filmfest-muenchen.de, ab 24. Juni analog im Festivalzentrum Amerikahaus.
■ Die Wettbewerbe
Nach fünf Jahren ist der vom FFF Bayern gestiftete CineCoPro Award zurück, mit einem Preisgeld von 100 000 Euro die höchstdotierte Auszeichnung des Festivals. Das Geld soll ins nächste Projekt der Preisträger fließen.
■ Die Partner
Am besten hört man auf die Worte von Jessica Lange, neben Kate Winslet die zweite CineMerit-Award-Gewinnerin in diesem Jahr. In „American Horror Story: Freak Show“ zitiert sie Eleanor Roosevelt: „Das Leben will gelebt werden.“ Also raus zu all den Partnerstätten in diesem Jahr. Campari ist neu dabei und begrüßt die Gäste an der Bar; im Pavillon 333 neben der Pinakothek der Moderne wird es täglich kostenlose Performances geben; im Museum Brandhorst eine junge Nacht in der dortigen Ausstellung „Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life“. Alle Spielstätten und Veranstaltungen gibt’s analog in der Programmzeitung und im Netz. Leben wir los!
KATJA KRAFT