Globalisierung ist für Sie ein Schimpfwort? Vergessen Sie‘s. Hier haben wir musikalische Weltumarmung in ihrer schönsten Form. Keshavara aus Köln kippen auf ihrem dritten Album die unterschiedlichsten Stilrichtungen in den Mixer – und was dabei herauskommt, klingt irgendwie retro, aber großartig. Als Fundament funky Drums und ein knackiger Bass. Kennt man aus den Siebzigern. Dann schwebt Ennio Morricones Geist durch die Tonspuren, und man fühlt sich außerdem erinnert an die Jugendfilm-Soundtracks von Christian Bruhn („Timm Thaler“). Band-Chef Keshav Purushotham würzt kräftig mit Klangfarben aus seiner Heimat Indien nach. Gesang etwa findet hier hauptsächlich im Deklamieren eines kaleidoskopischen Kauderwelschs statt, das aus Indisch (?), Englisch und Deutsch besteht. Man fühlt sich leicht beschwipst im Goethe-Institut. Ab und zu schnappt man in dem Spaß Fetzen wie „Im Fahrstuhl durch den Treibsand“ auf und muss grinsen. Als Soundtrack für den Sommer ist das alles andere als verkehrt – und wird mit jedem Hören besser.
LÖ
Keshavara:
„III“ (Papercup Records / Rough Trade).
★★★★☆ Hörenswert