Treibend und trocken

von Redaktion

„Standing out loud“ von Alastair Greene

Seine Riffs sind umwerfend: Alastair Greene. © Ruf Records

Während sich viele seiner Kollegen mit voranschreitender Karriere in ihren Möglichkeiten erweitern, geht Alastair Greene den umgekehrten Weg. Für Album Nummer elf schliff der ehemalige Gitarrist des Alan Parsons Live Project oder von Sugaray Rayford seinen ohnehin schon nicht arg opulenten Bluesrock-Powertrio-Sound weiter ab und nahm ein Album auf, das ehrlich und schnörkellos sein sollte. Er wollte, gibt er zu Protokoll, dadurch an den Geist seiner Lieblingsmusik aus den Sechziger- und Siebzigerjahren erinnern. Keine Frage, dass zu diesem Kanon auch Johnny Winter, Stevie Ray Vaughan oder ZZ Top gehören – von deren Werk sich einiges in den elf Songs von „Standing out loud“ findet. Monsterriffs beispielsweise, wie in der Eröffnungsnummer „You can’t fool me“, die staubtrocken aus den Boxen fahren und auch auf die Distanz nichts von ihrer treibenden Energie einbüßen. Zur Fähigkeit für umwerfende Riffs gesellt sich bei dem 53-jährigen US-Amerikaner ein Händchen für erhebende Rockhymnen, verpackt in Stücke, die übers Punkrockformat kaum hinausreichen.
CHRISTOPH ULRICH

Alastair Greene:

„Standing out loud“
(Ruf Records).

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