UNSERE KURZKRITIKEN

Unbekümmert in die Zukunft

von Redaktion

„Wann begreifst du endlich, dass Worte nur die Macht haben, die man ihnen gibt?“ Ganz schön klug, diese Laetitia. Mit ihren elf Jahren weiß sie schon genau, mit welcher Einstellung man ungetrübt durchs Leben geht. Dank ihrer großen Schwester Tristane: Weil die Eltern immer nur Augen füreinander hatten und haben, kümmerte die Ältere sich von Beginn an rührend um die Jüngere. So bekam diese ein Urvertrauen in die Welt, das unerschütterlich scheint. Amélie Nothomb hat einmal mehr ein außergewöhnliches Buch über die verschiedenen Spielarten der Liebe geschrieben. Zwischen Schwestern und Tanten und Nichten und Seelenverwandten. Darüber, wie man seinen Platz im Leben findet, trotz komplizierter familiärer Ausgangslage. Wie man Halt findet, anderen ein Halt ist in der Welt. Auf eine bessere Kindheit hofft man vergeblich. Frohgemut in Richtung Zukunft, trotz allem: Das lehrt uns dieses Büchlein. Und feiert die Solidarität mit anderen ebenso wie den Glauben in sich selbst.
KJK

Amélie Nothomb:

„Das Buch der Schwestern“. Diogenes, 158 Seiten; 23 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

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