Hätte man um das Jahr 2000 herum wetten müssen, welche Band berühmter wird – Travis oder Coldplay – man hätte es nicht sagen können, so ähnlich waren sich die beiden. Die Schotten Travis waren in Sachen gefühliger Rockmusik ein bisschen früher dran, ihr etwas grobschlächtiges erstes Album stand noch in der klassischen Britpop-Tradition der Neunziger. Erst beim Zweitling „The Man who“ von 1999 zog die Melancholie ein – und mit ihr der Erfolg. Die Single mit dem programmatischen Titel „Why does it always rain on me?“ wurde ein Hit, „Driftwood“ und „Turn“ sind herzerwärmender Kitsch. Elf Wochen lang hielt sich die von Nigel Godrich (Radiohead, U2) produzierte LP auf Platz eins der britischen Charts und verkaufte weltweit 3,5 Millionen Exemplare. Zum 25-Jährigen ist das Album auf CD und LP wieder da (das Vinyl wird am 18. Oktober veröffentlicht). Die Qualität der Musik nahm später nur unwesentlich ab – der Erfolg indes schon. Warum auch immer.
LÖ
Travis:
„The Man who“ (Concord/Universal).
★★★★★ Hervorragend