UNSERE KURZKRITIKEN

Mit Witz und leisen Tönen

von Redaktion

Paula Irmschler meldet sich nach ihrem erfrischenden Bestseller „Superbusen“ mit einem neuen Roman zurück. In „Alles immer wegen damals“ geht es teils um ähnliche Themen: das Aufwachsen in Ostdeutschland und um komplexe Beziehungen zwischen Frauen. Dieses Mal liegt der Fokus auf einer Mutter-Tochter-Geschichte. Die 1989 in Dresden geborene Irmschler hat einen tollen, eigenen Erzählton. Ihr Witz zeigt sich auch in diesem Buch, das aber gleichzeitig leisere Töne anschlägt. Erzählt wird von Karla, ihren Geschwistern und der Mutter Gerda. Karla und ihre Mutter haben sich entfremdet – und hier liegt der Clou: Warum, wird gar nicht richtig auserzählt. Es geht eher um eine Annäherung an die Lebensrealitäten der unterschiedlichen Frauen. Irmschler nimmt abwechselnd die Perspektive von Karla und Gerda ein. Nie verliert sie dabei ihren lakonischen Stil und verleiht ihren Figuren dennoch Tiefe.
LIF

Paula Irmschler:

„Alles immer wegen damals“. dtv, 320 Seiten; 24 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

Artikel 6 von 9