HÖRBUCH

Mit leichtem Ton

von Redaktion

„Am Abend tönen die herbstlichen Wälder / von tötlichen [sic!] Waffen, die goldenen Ebenen / und blauen Seen, darüber die Sonne / düstrer hinrollt; umfängt die Nacht / sterbende Krieger, die wilde Klage / ihrer zerbrochenen Münder…“ Georg Trakls Gedicht „Grodek“ von 1914 war benannt nach dem Ort einer der ersten Schlachten des Ersten Weltkriegs zwischen Österreich-Ungarn und dem zaristischen Russland. Der junge Sanitätsfreiwillige beging beim Anblick der Gräuel Suizid. Burgschauspieler Cornelius Obonya hat Trakls bekannteste Gedichte und Ausschnitte aus seinen Briefen, etwa an Karl Kraus, Adolf Loos, Kurt Wolff, für den ORF eingelesen. Die 78-minütige CD ist mit Werken von Glasunow, Drdla, Fauré, Johann Strauß und Nadia Boulanger aufgelockert und zeigt einmal mehr Obonyas meisterhaft leichten Ton, mit dem er Trakls feine Naturbeobachtungen und seine teils selbstbewussten, teils unsicheren Briefe präsentiert.
HILO

Georg Trakl:

„Nachtseele“ (Edition Ö1).


★★★★★ Hervorragend

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