Sie haben wieder Grund zum Lachen

von Redaktion

Legendärer Schwabinger Laden zieht positive Bilanz der ersten Monate seit Neustart

Gern gesehenes Trio: (v. li.) Frank Klötgen, Christl Sittenauer und Sebastian Fritz, das Ensemble der Lach- und Schieß. © SIGI JANTZ

Der Laden läuft: Volles Haus war nicht nur beim Eröffnungsabend angesagt – oft heißt es hier „ausverkauft“. © A. F. Schmidt

Alles ist erleuchtet: Die Lach- und Schießgesellschaft lockt in der Tradition von Kabarett-Legende Dieter Hildebrandt wieder Publikum nach Schwabing. © Achim Frank Schmidt

Der Neustart der Münchner Lach- und Schießgesellschaft ist aus Sicht der Verantwortlichen mehr als geglückt. „Es hätte nicht besser laufen können“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer der legendären Kabarettbühne, Ulrich Spandau. Die Veranstaltungen im Stammhaus in Schwabing und auch auf anderen Bühnen in der Stadt seien alle mindestens zu drei Vierteln voll gewesen, der satirische Jahresrückblick mit Teilen des Ensembles komplett ausverkauft – und das, obwohl es Zusatzveranstaltungen und sieben statt fünf Rückblick-Abende gegeben habe. Spandau zeigte sich sicher: „Auch 2025 wird es wieder einen Jahresrückblick geben.“

Im November war der Kabarett-„Laden“, wie die Verantwortlichen die Bühne in Schwabing, die vor allem zu Zeiten von Dieter Hildebrandt (1927-2013) Kult war, nennen, mit viel Nostalgie wiedereröffnet worden. Schon vorher hatte es Auftritte des Lach- und Schieß-Ensembles in anderen Häusern gegeben.

Die Lach- und Schießgesellschaft hatte im Februar 2023 Antrag auf Insolvenz gestellt. Vorausgegangen war ein zähes Ringen um die Zukunft der Bühne durch die teilweise zerstrittenen früheren Gesellschafter, zu denen auch Kabarettist Bruno Jonas gehörte.

Das traditionsreiche Haus hatte 1956 unter anderem mit Hildebrandt, Klaus Havenstein, Hans Jürgen Diedrich, Ursula Herking und Regisseur Sammy Drechsel seinen Anfang genommen. Trotz mancher Krisen und Wechsel im Team wurde das Theater zur Legende. Vor allem Dieter Hildebrandt war mit seinen Auftritten stets Garant für ein volles Haus. Nach seinem Tod 2013 wurde es zunehmend schwierig, den kleinen Saal zu füllen.

Inzwischen wurde wie berichtet ein Trägerverein mit dem Namen „Laden-Hüter“ eingerichtet, dem Münchens ehemaliger Oberbürgermeister Christian Ude vorsteht. Vor allem am Anfang werde man noch Sponsoren brauchen, hatte der künstlerische Leiter, André Hartmann, kurz vor der Wiedereröffnung im vergangenen Jahr gesagt. Man hoffe aber, nach einer gewissen Zeit ohne diese auszukommen.

André Hartmann sieht sich der Tradition des Hauses verpflichtet, ein Programm zu machen, das „feinen Wortwitz, politischen Hintergrund, Sozialkritik, hohes sprachliches Niveau und brillante Musik in herausragender Darbietungsform auf die Bühne bringt“. Und mit überraschenden Gästen. So ist für Mai 2025 anlässlich des 100. Geburtstags von Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (1925-2005) ein satirischer Abend im Silbersaal des Deutschen Theaters geplant. So verkündeten sie es damals bei der Pressekonferenz. Auf der Bühne sollen dann neben Ude und Jörn Pfennig auch Bruno Jonas und Reinhard Marx stehen. Ja, der Reinhard Marx. Der Kardinal kann Kabarett. Und dass Jonas nach dem vielen Streit wieder auf der Bühne stehen möchte, zeigt, dass alles in die richtige Richtung geht. Das Lachen ist ihnen längst noch nicht vergangen.
BRITTA SCHULTEJANS /

KATJA KRAFT

Tickets

und das laufende Programm der Lach- und Schießgesellschaft
gibt’s im Internet unter
www.lachundschiess.de.

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