Zu den erstaunlicheren Umständen der Popmusik gehört, dass Stevie Nicks und Lindsay Buckingham zwar als Mitglieder von Fleetwood Mac weltberühmt sind – und deren Mega-Seller „Rumours“ prägten. Dass aber ihre eigene LP „Buckingham/Nicks“ von 1973 einer breiten Masse immer noch so gut wie unbekannt ist. Das liegt an Rechtsstreitigkeiten, die dafür sorgten, dass die Platte immer noch nur als Second-Hand-Vinyl kursiert – dabei war das engelsgleiche Paar schon auf der Höhe seiner Kunst, Lieder wie „Without a Leg to stand on“ und „Crystal“ zeigen deutliche Ambitionen. Es kennt sie halt kaum einer. Also können Madison Cunningham und Andrew Bird darauf bauen, dass viele junge Popfans diese Songs zum ersten Mal hören, wenn die Hommage „Cunningham/Bird“ läuft. Das Duo spielt die im Original sonnendurchfluteten Lieder stiller, verlagert sie vom kalifornischen Pop-Rock in Richtung Indie-Folk. Das steht ihnen – aber manchmal vermisst man doch Charisma und Schmiss der Superstars in spe von damals.
LÖ
Madison Cunningham, Andrew Bird:
„Cunningham/Bird“ (Concord).
★★★★☆ Hörenswert