Eine Botschaft, die bleibt

von Redaktion

Der BR-Chor mit der „Hrvatska Misa“ von Boris Papandopulo im Prinzregententheater

Seit Ivan Repušic als Chefdirigent des Münchner Rundfunkorchesters antrat, gab es dort in regelmäßigen Abständen Musik aus seiner kroatischen Heimat zu entdecken. Und anscheinend brachte er damit auch den BR-Chor auf den Geschmack, der ihn nun für die „Hrvatska Misa“ von Boris Papandopulo ans Pult holte. Zunächst erklang im Prinzregententheater aber noch ein Echo des zweiten Sonntagskonzerts, das Frano Parac gewidmet war.

Nach der „Judita“ galt es jetzt, sein „Dona nobis pacem“ zu erleben. Entstanden 1993, mitten im kroatischen Unabhängigkeitskrieg und mit einer Botschaft, die sich in der fein abschattierten Darbietung des BR-Chores klar und deutlich vermittelte. Wobei neben Repušic auch sein Landsmann Tomislav Facini bei der Einstudierung ganze Arbeit geleistet hatte. Stilistisch wie sprachlich.

Dies zeigte schon das von Tomislav Mužek kraftvoll eröffnete Kyrie „Gospode Pomiluj“, dem der Chor eine nicht minder emphatische Antwort entgegensetzte. Ihre Kraft zog Papandopulos Messe einerseits aus den Wurzeln in der slawischen Kirchenmusik, aber ebenso aus dem eleganten Wechsel zwischen Chor und Solo-Stimmen. Hier wusste neben Darija Auguštan und Ljubomir Puškaric vor allem Sonja Runje mit ihrem sonoren Alt das Credo zu vergolden.

Ergänzt wurden die soghaften A-cappella-Gesänge, durch Texte kroatischer und bosnischer Autoren. Vorgetragen von Schauspieler und „Tatort“-Star Miroslav Nemec, der den poetischen Zwischenspielen oft auch eine gewisse Herbheit verlieh – etwa wenn er Enes Kiševic zitierte, für den Frieden nur ein Wort ist, mit dem man den Mund schmückt, während immer noch vernichtende Kriege geführt werden.

Denn auch bei der 1942 uraufgeführten „Hrvatska Misa“ blieb der historische Kontext natürlich im Hinterkopf präsent. Und so passte es durchaus, dass der Abend als Klammer zum einleitenden „Dona nobis pacem“ mit einer weiteren Bitte um Frieden schloss: „Daruj nam mir!“ Mehrfach eindringlich wiederholt, ehe das Werk im leisen Grummeln der Bässe verklang. Die Sprachen mögen sich ändern, die Botschaft bleibt!
TOBIAS HELL

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