Was für ein Glücksfall für die deutsche Literatur(-Wissenschaft) – und vor allem: wie langlebig. Im Jahr 1963 gründete Heinz Ludwig Arnold „Text + Kritik“, die Zeitschrift war stets mehr als Fachpublikation für den Wissenschaftsbetrieb. Dieser Anspruch wurde auch nach Arnolds Tod 2011 nie aufgegeben. Gerade ist Band 245 erschienen, der sich Rainer Malkowski (1939-2003) widmet. Gleichwohl auch er für eine Nische schrieb, gehörte er zu den wichtigsten Lyrikern seiner Generation. Wer ihn nur in der „Alltagslyrik“ der Siebzigerjahre verortet, tut diesem umfangreichen Werk Unrecht. Wer die Texte in diesem Band liest, erkennt dies. Zugleich leisten die Autorinnen und Autoren mit dieser Annäherung einen wichtigen ersten Schritt, um das Werk des Berliners für künftige Generationen zu erschließen. Auch Malkowski selbst kommt zu Wort – teilweise in Erstveröffentlichungen. Entdeckungen garantiert.
LEIC
Waldemar Fromm/Walter Hettche (Hg.)
„Rainer Malkowski“. Edition Text + Kritik, 108 S.; 28 Euro.
★★★★☆ Lesenswert