AUS DER STAATSOPER

Neu besetzte „La bohème“

von Redaktion

Diese Produktion ist das Opernlagerfeuer für Regie-Geplagte. Wobei sich Häme verbietet: „La bohème“, inszeniert vom kürzlich verstorbenen Otto Schenk, kam 1969 heraus, ist damit die älteste Arbeit an der Bayerischen Staatsoper und noch bemerkenswert gut gepflegt. Auch Neulinge finden sich perfekt zurecht, man erlebe nur Pene Pati bei seinem Münchner Hausdebüt als Rodolfo. So ungewöhnlich lyrisch der Neuseeländer singt, so groß ist seine Präsenz. Ein feiner Tenor-Stilist. Exquisite, geschmackvolle Phrasen, pure Gestaltungskultur, einzig die Höhe (Nervosität? Indisposition?) wirkt entkoppelt. Erstmals am Haus ist auch Angel Blue (Foto: Geoffroy Schied). Als Mimì nähert sie sich Puccini von der dramatischen Seite. Eine reiche, breite Stimme, die sich auch klein machen kann fürs Melos, an die gedeckten Töne muss man sich erst gewöhnen. Dass dieses Paar singdarstellerisch zusammenpasst, lässt sich nicht gerade behaupten. Mattia Olivieri powert sich als Marcello an die Spitze der Mansarden-WG. Und Dirigent Carlo Rizzi ist mit allen Kapellmeister-Wassern gewaschen, mit dem Bayerischen Staatsorchester glückt ihm eine Muster-Interpretation (Vorstellungen noch am 14., 16. und 20. Februar).
TH

Artikel 1 von 11