Was sofort auffällt: dieser Klang. Und der hat bei Milan Siljanov auch mit einer Haltung zu tun. Keiner der gern auftrumpfenden, sich am eigenen Potenzial berauschenden Bassisten ist hier zu hören. Auf seinem ersten Lied-Album „Echoes of Eternity“ nähert sich der 37-Jährige Schubert, Brahms und Frank Martin eher behutsam und mit warmem Timbre. Eine fein dosierte Innenschau, eine Suche zwischen den Zeilen. Natürlich kann Siljanov, Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper und international immer mehr gefragt, aufdrehen. Doch ist diese Dramatik wie etwa in den „Jedermann“Monologen von Martin nie inszeniert, sondern als notwendiges Aufflackern aus dem Textbewusstsein entwickelt. Pianistin Nino Chokhonelidze geht ähnlich subtil vor. Die Jenseits-Meditationen der drei Komponisten driften nicht in die Schauer-Romantik. Ehrlich erfühlte und überzeugend gestaltete Miniaturen sind das Ergebnis. Am Freitag stellen beide ihr Album um 18 Uhr im Kaufhaus Beck vor.
TH
„Echoes of Eternity“.
Milan Siljanov, Nino Chokhonelidze (Prospero).
★★★★★ Hervorragend