Der schwerste Kampf von Cassius Marcellus Clay Jr. war nicht der Überraschungssieg gegen Sonny Liston, der ihn 1964 zum Weltmeister im Schwergewicht machte; auch nicht sein Comeback gegen George Foreman, sondern – so lehrt Michael Manns grandiose Verfilmung: Es war die Auseinandersetzung mit seinem Vater, als Cassius ihm sagte, dass er ab jetzt einen neuen Namen trägt: Muhammad Ali. Clay hieß der Sklavenhalter, der nach römischem Vorbild den Untergebenen seinen Familiennamen gab. Der Vater des Boxers hatte den Namen als seinen eigenen akzeptiert, doch durch den Kontakt mit der US-Bürgerrechtsbewegung und afroamerikanischen Muslimen wird der Champion klassenbewusst, tritt zum Islam über, verweigert die Teilnahme am Vietnamkrieg. Folge: Berufsverbot, Abnahme des Passes. Will Smith als Ali und Jon Voight als Sportreporter Howard waren für den Oscar nominiert, bekamen ihn aber nicht. Sie hätten ihn verdient gehabt.
HILO
Michael Mann:
„Ali“ (Pidax).
★★★★★ Hervorragend