Irland im Jahr 1994: Die Dichterin Colette Cowley ist in ihrer Kleinstadt ein Skandal. Sie hat Ehemann und Kinder für ihren Liebhaber verlassen, um in Dublin ihr Glück zu suchen. Nach dem Scheitern dieser Beziehung kehrt sie zurück in ihren Heimatort. Sofort entstehen Gerüchte. Empfängt Colette Liebhaber bei sich? Trifft sie sich trotz Verbot des Ehemanns mit ihren Kindern? Neid, Ignoranz und Prüderie begleiten die Dichterin auf Schritt und Tritt. Nur in Izzy Keaveney scheint Colette eine Verbündete zu finden. Die kapriziöse Frau eines Lokalpolitikers führt ihren ganz eigenen Kampf um Unabhängigkeit. Doch dann verstrickt sich Colette in eine verhängnisvolle Affäre. Kaum zu glauben, dass dieser Roman in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts in Westeuropa spielt, so rückständig erscheint alles in Alan Murrins großartigem Debüt „Coast Road“. Er erzählt psychologisch nuanciert, einfühlsam und entwickelt die Geschichte konsequent bis zum dramatischen Höhepunkt.
SP
Alan Murrin:
„Coast Road“. dtv, 384 Seiten; 24 Euro.
★★★★★ Hervorragend