Staatliche Museen in Bayern beschäftigen neun offene Forderungen zur Rückgabe mutmaßlicher NS-Raubkunst – dazu kommen weitere Fälle, in denen eine Restitution beschlossen, aber bisher nicht vollzogen worden ist. Das geht aus einer Antwort des Kunstministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag hervor. Drei der offenen Forderungen betreffen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, vier das Bayerische Nationalmuseum und zwei die Staatliche Graphische Sammlung. In acht weiteren Fällen wurde bereits entschieden, dass die betroffenen Werke an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden müssen – die Rückgabe sei „in Vorbereitung“. Im Bayerischen Nationalmuseum laufen 17 Restitutionsverfahren. Die Debatte um den Umgang Bayerns mit NS-Raubkunst war zuletzt wie berichtet neu entflammt. Nachfahren von jüdischen Kunstbesitzern und deren Rechtsanwälte hatten die bayerische Staatsregierung scharf kritisiert und verlangt, dass der Freistaat bei der Provenienzforschung zu NS-Raubkunst transparenter und schneller arbeiten müsse.
DPA