Ein schöner Schmied, der eine Bauerstochter heiraten möchte. Die will von ihm die Schuhe der Zarin. Dazu Hexen, die Sterne klauen, und ein Teufel, der Ähnliches mit dem Mond vorhat: Rimski-Korsakows „Die Nacht vor Weihnachten“ ist mehr als eine bloße Märchenoper, sondern ein in jeglicher Hinsicht zauberhaftes Gesellschaftsporträt. Im Dezember 2021 brachte die Oper Frankfurt das so gut wie unbekannte Stück heraus – und landete in der Inszenierung von Christof Loy einen Sensationserfolg. Die Produktion wurde Kult, weil Loy wie immer liebevolle, hintergründige Charakterstudien entwickelte, den Abend aber nie in den Kitsch driften ließ. Rimski-Korsakows Bühnenwerke „beschreiben immer eine friedvolle Welt und fordern diese gleichzeitig ein“, sagt Loy. Nur verständlich, dass Frankfurt davon eine DVD produzieren ließ – die beste Vorbereitung für Barrie Koskys Münchner Premiere.
TH
Rimski-Korsakow:
„Christmas Eve“. Oper Frankfurt (Naxos).
★★★★★ Hervorragend