Der Dramatiker Edward Bond, dem Komponist Hans Werner Henze das Libretto für „Die englische Katze“ verdankte, bezeichnete das Stück einst als „Sittenkomödie“. Also keine possierliche Fabel: Hier geht es um Doppelmoral, Entlarvendes, Egozentrik, alles aber mit Augenzwinkern serviert. 1983 wurde die Oper bei den Schwetzinger Festspielen uraufgeführt – übrigens in Henzes Regie. Das Gärtnerplatztheater wandte sich im Jahr 2000 dem Opus zu, damals inszenierte Jochen Schölch. Was in der Jahren bis zur Uraufführung geschah, hat der Komponist in einem Arbeitstagebuch aufgeschrieben: „Wie ,Die englische Katze‘ entstand“ versammelt Notizen, Erfahrungen und Reflexionen. 1995 überarbeitete Henze dieses Journal. Eine Einführung zu diesem selten aufgeführten Zweieinviertelstünder ist dies, aber auch ein Blick in Henzes Werkstatt. Das Buch wird vom Fischer-Verlag nicht mehr aufgelegt, ist aber auf diversen Online-Portalen noch zu haben.
TH
Hans Werner Henze:
„Wie ,Die englische Katze‘ entstand“.
Fischer, 208 Seiten; 9,45 Euro.
★★★★★ Hervorragend