Schriftstellerin Kirsten Boie wird heute 75. © Schmidt/dpa
Ob Meerschweinchen King-Kong, Abenteuer in Sommerby oder eine schreckliche Nacht in der Nazizeit – die Hamburger Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie hat schon viele verschiedene Welten geschaffen. Seit 40 Jahren schreibt sie Bücher, die Kinder nicht nur unterhalten, sondern ihnen auch Mut machen und zum Nachdenken anregen. „Es macht mir immer noch Spaß! Ist das nicht wunderbar?“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Heute wird die Hamburger Ehrenbürgerin, Autorin und Lehrerin 75 Jahre alt.
Die Idee einer demokratischen, toleranten und gerechten Gesellschaft ist ihr immer wichtig gewesen – egal, ob es sich dabei um Literatur für Kinder oder für Jugendliche handelte. „Ich würde sagen, dass diese Themen in allen meinen Büchern zu finden sind, auch in den „Möwenweg“-Geschichten oder in „Sommerby“. Nicht so explizit, aber auch kleine Geschichten von einem Streit zwischen Kindern können von Toleranz und Gerechtigkeit erzählen.“ Auch das Kinderbuch „Der Hoffnungsvogel“ könne schon kleinen Kindern die Idee von einer toleranten und gerechten Gesellschaft vermitteln. „Das hoffe ich zumindest.“
Damit die Gesellschaft eher den Kurs in der Mitte halten kann und nicht nach rechts abdrifte, dürfe die Schere zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft nicht noch weiter auseinandergehen, findet Boie. Dafür müsse auch dringend mehr in Bildung investiert werden. „Und die Grundlage für jede Art von Bildung ist die Lesefähigkeit. Ich werde nicht müde zu sagen: „Jedes Kind muss lesen lernen!“
Und auch dafür schreibt Boie ihre Bücher. Zum Schreiben war die studierte Literaturwissenschaftlerin und Anglistin gekommen, um auch als Mutter Geld verdienen zu können. In den 70ern und 80ern war sie noch Lehrerin an einem Gymnasium und einer Gesamtschule. Doch für ihre beiden Adoptivkinder gab sie diesen Beruf auf – obwohl sie ihn sehr gern ausgeübt hatte. Das erste Buch war dann auch ein Kinderbuch über ein schwarzes adoptiertes Kind. Das Debüt wurde auch für Boie zum Glücksgriff. Es folgten mehr als hundert weitere Bücher, viele davon preisgekrönt. Sie ließ die Kinder vom „Möwenweg“ ebenso Abenteuer erleben, wie den „Kleinen Ritter Trenk“, das Seeräubermädchen Moses, das Meerschweinchen King-Kong und den kleinen Detektiv Thabo.
CHRISTIANE BOSCH