ALBUM

Der Meister zupft begeisternd

von Redaktion

„Die unglaubliche Gitarre von Wes Montgomery“, schwärmt der Titel dieses Jazz-Klassikers von 1960, und das ist mal nicht übertrieben. Denn in New York City zupfte der Meister wahrhaft begeisternd bei seiner Session mit dem Trio um Pianist Tommy Flanagan, mit Percy Heath am Bass und dessen Bruder Albert an den Drums. Schon das Eröffnungsstück, Sonny Rollins‘ „Airegin“, raubt einem den Atem. Montgomerys Läufe dynamisch, wieselflink, man kann kaum glauben, dass der Mann erst mit 19 Jahren zur Gitarre gegriffen hat. Sein eigener „D-Natural Blues“ schunkelt gekonnt zwischen den Taktarten und endet als Shuffle. „Four on Six“ swingt zu scheinbar mühelosen Arpeggios, „Mister Walker“ verströmt karibisches Flair. Die originale Platte war schon keine audiophile Aufnahme – die Band könnte ein bisschen mehr Präsenz vertragen. Aber die Wiederveröfentlichung auf Craft-Records holt – wie immer – das Beste raus.

Wes Montgomery:

„The incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery“ (Riverside/Craft).


★★★★★ Hervorragend

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