Harry Bauer ist einer der Künstler, die auf der ArtMuc ausstellen. Seine Bilder regen die Fantasie an. © Iryna Khablo
Groß und Klein können auf der ArtMuc Kunst entdecken. Rund 150 Aussteller sind vertreten. © Isabella Kilian/ARTMUC
Einmal wie ein Künstler leben! Malen im Kerzenschein, mit Rotwein in der Hand. „Von wegen!“ Harry Bauer lacht sein sympathisches Lachen. Seit 34 Jahren lebt er so ein Künstlerleben – und weiß, dass das mit Kerzenscheinromantik nicht viel zu tun hat. Wie sagt Hape Kerkeling? „Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit.“ Das gilt auch für die Liebe zur Kunst. Die entbrannte bei Bauer, der in den Achtzigern Redakteur bei der „tz“, Schwesterblatt unserer Zeitung, war, schon in Schulzeiten. Immer hat er gemalt, immer hat er Geschichten erzählt: als Journalist mit der Tastatur – als Maler mit Pinsel, Spachtel, Kreide. Wie vielfältig das Werk des Deggendorfers ist, kann man vom 1. bis 4. Mai auf der ArtMuc Messe in München entdecken. Harry Bauer ist einer der 150 Ausstellenden, die auf Bayerns größtem Kunstevent vertreten sind.
In seiner Heimat in Niederbayern ist er bekannt wie ein bunter Hund. „Ich hänge hier überall herum.“ Wieder sein Lachen. Aus dem auch ein bisschen Stolz herausklingt – tatsächlich kann man seine großformatigen Werke etwa im neuen Rathaus Deggendorf, in mehreren Firmengebäuden oder in der Seniorenresidenz sehen. Viele Sammler hat er über die Jahrzehnte gewonnen. Die das umfangreiche Werk des Künstlers vermutlich auch deshalb so gern mögen, weil er die Deutung seiner abstrakten Motive ganz dem Betrachter überlässt. Wer wissen möchte, was der Erschaffer selbst sich beim Anfertigen gedacht hat, entdeckt auf der ArtMuc neben jedem von Bauers ausgestellten Werken einen QR-Code. Der Clou: Dahinter findet sich die jeweilige Entstehungsgeschichte. Mal inspirierte ihn der Dschungel von Borneo, mal die marokkanische Wüste. Da kommt er wieder zum Vorschein, der Journalist in ihm.
Harry Bauers Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch nicht beim Material. Ob Telefonbücher, die Pappe in Strumpfhosen-Verpackungen, Miracolischachteln – er hat keine Scheu, alles zu nutzen, was ihm in die Finger kommt. Manchmal heißt es im Freundeskreis: „Wie lange willst du das denn noch machen?“ Seine Antwort ist immer dieselbe: „Wenn mir nichts mehr einfällt, höre ich auf.“ Man hat so das Gefühl: Dieser Punkt liegt noch in weiter Ferne.
K. KRAFT
ArtMuc München
1. bis 4. Mai,
MTC Supreme Locations,
Ingolstädter Straße 45-47;
Infos und Tickets: artmuc.info