Es ist natürlich absurd, dass Demi Moore dafür gefeiert wird, wie „uneitel“ sie sich in diesem Film zeigt. Denn Demi Moore – Mitte 60 und durch eiserne Disziplin und Hilfe von Schönheitserhaltungsexperten immer noch optisch wie Mitte 40 – zeigt sich in Wahrheit auch in der Horror-Groteske „The Substance“ nie hässlich. Es stimmt schon: Sie wird im Laufe von Coralie Fargeats feministischer Satire über kranken Jugendwahn immer weiter entstellt. Doch das ist der Kunst der Maskenbildner geschuldet. Ihre Elizabeth, eine alternde Schauspielerin, der man das Alter zunächst nicht ansieht, lässt sich hier auf das Experiment ein, mithilfe einer chemischen Substanz eine jüngere Version ihrer selbst zu erschaffen, in deren Körper sie schlüpfen kann, aber immer nur für eine begrenzte Zeit. „Ein stilistisch konsequent verstörendes Kammerspiel über das Verhältnis zum eigenen Ich und dazu noch ein schamlos effektiver Schocker, der ungeniert die Grenzen des Zumutbaren auslotet“, formulierte es unser Kritiker bei Kinostart. Wie das eigene Altern: muss man aushalten können, dann ist es ein großes Vergnügen.
KJK
Coralie Fargeat:
„The Substance“ (Mubi).
★★★★☆ Sehenswert