So ist das nämlich mit der Wut: Da wünscht man sich alles, was so kräftig an den Nerven sägt, einfach nur weit weg. Und schafft es auch, all die Quälgeister mit der eigenen schlechten Laune zu vertreiben. „Und dann?“, fragt der österreichische Autor Heinz Janisch in diesem Bilderbuch für Kinder ab drei Jahren Seite für Seite. Bis zur traurigen Erkenntnis kurz vor Schluss: Irgendwann, wenn die Wut längst verflogen ist, sitzt man womöglich ganz alleine da. Illustratorin Helga Bansch findet passende, stimmungsvolle Zeichnungen dafür. Lässt sogar die Tiere erschrocken vor der Wut des Buben, der hier so aus der Haut fährt, davonlaufen. Dann steht er da, mit traurigem Blick. „Und dann?“ Ist er erleichtert und glücklich, dass doch noch jemand da ist, der sich nicht abwendet. Ein gelungenes Büchlein über bedingungslose Freundschaft – und die Herausforderung, seine Gefühle ernst zu nehmen und trotzdem dabei nicht jeden zu verprellen. Und dann? Lebt sich’s leichter.
KJK
Heinz Janisch:
„Und dann?“ Jungbrunnen, 32 Seiten; 18 Euro.
★★★★☆ Vorlesenswert