Ziemlich genau zwei Jahre nach „Safe to run“ meldet sich die US-amerikanische Sängerin und Songwriterin Esther Rose zurück. Schon nach dem titelgebenden Opener festigt sich der Verdacht: Ihre fein austarierten Balance-Akte aus Geschichtenerzähler-Folk und Country-Instrumentierung, aus tiefsinniger bis frecher Weltbetrachtung und lebensfrohem, federndem Vorwärts-Americana-Rock haben gefehlt. Nicht, dass man sich ihre bisherigen Alben nicht wieder und wieder anhören könnte – das geben sie locker her. Die Erweiterung ihres bisherigen Werks kommt einfach nur gerade recht zum Frühling. Passenderweise versucht sich Rose diesmal an der vorsichtigen Implementierung von Pop- und Indie-Rock-Elementen. Dass sie dabei schonungslos biografisch berichtet und herrlich offen vermeintlich Alltägliches beleuchtet und damit tiefere Wahrheiten offenbart, rückt sie in die Nähe von Neunziger-Jahre-Songwriterinnen wie Heather Nova, Ani DiFranco oder Liz Phair.
CU
Esther Rose:
„Want“ (New West Records).
★★★★★ Hervorragend