Was ist besser als „solch warme, wunderbare Opa-Arme“? Das fragt sich die kleine Ava, als sie auf ihren Großvater zustürmt und ihn fest umarmt. Nichts natürlich: „Hier will ich jetzt für immer bleiben!“ Das Kinderbuch von Lu Fraser hat eine ganz besondere Beziehung im Blick: von einem Kind, einem Großvater und einem Eichenbaum, den sie regelmäßig besuchen gehen. An der großen Eiche erkennen sie die Schönheiten der unterschiedlichen Jahreszeiten, bewundern ihre Blütenpracht, legen sich in ihren Schatten, hören, wie es im Baum summt und piepst, und fangen die Blätter, die der Wind im Herbst herunterfegt. An der Eiche erklärt der Großvater auch, was es mit dem sich stetig verändernden Leben auf sich hat – was Ava kurz traurig macht, sie aber die Welt verstehen lässt. Das ist wunderschön und in Reimen erzählt und bezaubert, weil es Kinder diesen schmalen Grad der Melancholie erfahren lässt.
VES
Lu Fraser:
„Ava und der Baum des Lebens“.
DK Verlag, 40 Seiten; 14,95 Euro.
★★★★★ Hervorragend