IN KÜRZE

Bob Seger feiert 80.

von Redaktion

Raue Rockgröße aus Motor City: Bob Seger. © Paul Buck/dpa

Bekannt wurde Bob Seger für seinen rauen, kantigen Sound, der genauso schnörkellos daherkommt wie der Alltag in seiner Heimatstadt Detroit. Der US-Rocksänger und Songwriter – mit bürgerlichem Namen Robert Clark Seger – gehört zu den prägendsten Stimmen des amerikanischen Heartland Rock. Seit einigen Jahren ist es vorbei mit den Auftritten – seinen heutigen 80. Geburtstag feiert Seger als Rock-Rentner ohne viel Publicity.

Fast sechs Jahrzehnte sang er vom Leben der Arbeiterklasse, von Wut, Enttäuschung und Aufbegehren. Seine Musik spiegelt die Kraft der Industriehallen, die Mühsal der kleinen Leute. Doch Seger zeigte auch eine weichere Seite: Als Entertainer mit Gespür für Mainstream-Hits gelang ihm immer wieder der Spagat zwischen Rock-Revoluzzer und radiotauglichem Songwriter.

Ende der Sechzigerjahre schaffte er den Durchbruch, als er mit einem Song sogar die Beatles in den US-Charts übertrifft. Seinen künstlerischen Höhepunkt erreichte er Mitte der Siebziger: Mit der Gründung der Silver Bullet Band begann eine neue Ära. Das Live-Album „Live Bullet“ aus dem Jahr 1976 war 140 Wochen in den US-Charts. Insgesamt brachte Seger 20 Alben heraus, von denen mehr als 50 Millionen Exemplare verkauft wurden. Zuletzt erschien 2017 „I knew You when“.

Bob Seger gilt als Wegbereiter für Musiker wie die Eagles, John Cougar Mellencamp, Bruce Springsteen, Jackson Browne oder Tom Petty. Als erster Rockmusiker überhaupt veröffentlichte er einen Song gegen den Vietnamkrieg. Zudem steuerte er Lieder zu Hollywood-Filmen bei, darunter „Urban Cowboy“, „Lockere Geschäfte“ und „Forrest Gump“. 2004 wurde Seger in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen – mehr als vier Jahrzehnte nach seinen Anfängen in den Bars von Detroit.
BENNO SCHWINGHAMMER

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