Der Weg in die Freiheit

von Redaktion

Wim Wenders’ Kurzfilm zum Kriegsende

7. Mai 1945, 2.41 Uhr: Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet die bedingungslose Kapitulation Deutschlands. © dpa

Zwei Schlüssel liegen in einer Schatulle in einem Museum im ostfranzösischen Reims: Sie öffneten einst die Tür zum Hauptquartier der westlichen alliierten Streitkräfte, die sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in einer Berufsschule eingerichtet hatten. Dort unterzeichnete der deutsche Generaloberst Alfred Jodl in der Nacht zum 7. Mai 1945 um 2.41 Uhr die bedingungslose Kapitulation Deutschlands. „Es ist ein verborgener Ort, der vor 80 Jahren für eine Nacht das Zentrum der Welt war“ – mit diesen Worten beginnt ein Kurzfilm des Filmemachers Wim Wenders über diesen Raum und die dazugehörigen Schlüssel, den das Auswärtige Amt am Montag in mehreren Sprachen in Onlinediensten veröffentlichte.

Wenders hatte den als Museum erhaltenen Raum, der sich heute im Gymnasium Franklin Roosevelt befindet, Ende März besucht. Noch immer hängen dort Karten vom Frontverlauf des Zweiten Weltkriegs an der Wand. Selbst die gläsernen Aschenbecher aus der Verhandlungsnacht stehen noch auf dem Tisch.

Der Anblick der Schlüssel habe ihn sehr berührt, erzählt Wenders in seinem Film, der historische Aufnahmen mit seinen persönlichen Beobachtungen verknüpft. „Von meiner Kindheit an habe ich 80 Jahre in dem Frieden gelebt, den die Nacht in dieser Schule uns allen gebracht hat“, fügt der Regisseur hinzu, der im August 1945 geboren wurde. Heute, im vierten Jahr des Ukraine-Kriegs, begriffen die Europäer wieder, dass Frieden nicht selbstverständlich sei. „Es liegt an uns, die Schlüssel der Freiheit in die Hand zu nehmen.“

Die bedingungslose Kapitulation trat am 8. Mai 1945 um 23.01 Uhr MEZ in Kraft – weshalb dieser Tag im Westen offiziell als Tag des Kriegsendes gilt. Wegen der Zeitverschiebung begeht Russland den „Tag des Sieges“ am 9. Mai. Wenders’ Film kann man etwa auf deutschland.de sehen.
AFP

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