Ein Tanz über Romys Leben

von Redaktion

Eine Hommage an die tragische Film-Legende im Deutschen Theater

Die Hauptdarsteller: Camilla Danesi (Romy Schneider) und Gabriel Marseglia (Alain Delon) auf der Bühne.

Verletzlicher Weltstar: Romy Schneider. © Rauchwetter / dpa

Verhasste Rolle: als „Sissi“ mit Karlheinz Böhm. © imago

Von finsteren Mächten umgeben: die Romy in der Inszenierung von Enrique Gasa Valga. © B. Gufler, Tiroler Landestheater (2)

Romy Schneider, deutsch-französischer Weltstar, der bis heute alljährlich an Weihnachten in seiner – verhassten – Paraderolle „Sissi“ die Herzen wärmt, war immer wieder im Deutschen Theater zu Gast. Nun schließt sich gewissermaßen ein Kreis: Denn Romys Leben wird auf der Bühne an der Schwanthalerstraße in einem besonderen Heimspiel beleuchtet – mit den Mitteln des Tanzes.

In vielen Punkten bleibt Enrique Gasa Valga seinem Konzept „getanzter Biografien tragischer Figuren“ mit der Neuproduktion „Romy“ treu. Doch bei der Pressekonferenz wird schnell klar, dass es sich für Choreograf und – mehr noch – Geschäftsführer Thomas Linsmayer um eine „persönliche Angelegenheit“ handelt, „ihre“ Romy ans Deutsche Theater „zurückzubringen“. Und so bildet eine Schwarz-Weiß-Projektion von Romy Schneider in illustrer Begleitung Alain Delons im Ballsaal die prominente Kulisse für das, was sich im Vordergrund abspielt: Neben einer Einführung des Leiters der Innsbrucker Limonada Dance Company machen Tanz- und Gesangsausschnitte Neugier darauf, was auf das Münchner Publikum zukommt.

Wenn sich am 29. Mai – dem Todestag der unsterblichen Romy – der Premierenvorhang hebt, kann man sich auf einen Theaterabend freuen, der mit mitreißenden Tanz- und Musiknummern begeistert: Ein Glücksgriff ist die grandiose Sängerin Greta Marcolongo, die mit dem von ihr gehauchten Charles Aznavour-Chanson „La Bohème“ den Saal zum Beben bringt. Für hohe tänzerische Qualität sorgen Camilla Danesi in der Titelrolle, Gabriel Marseglia als Alain Delon und Chiara Malavasi als Romys Alter Ego, die mit Expressivität und neoklassischer Präzision überzeugen.

Dieser Tanzabend soll, so der Anspruch, bei einem bunt gewürfelten Publikum für reichlich „Gänsehautmomente“ sorgen und der komplexen Persönlichkeit der Legende gerecht werden. Einer Schauspielerin, die „so viel mehr war als Sissi“. Valga, der sich intensiv mit dem glamourösen, äußerst tragischen und viel zu kurzen Leben auseinandergesetzt hat, führt durch dessen Stationen. Der Schauspielerin Schneider wurde noch als Teenie buchstäblich die Krone aufgesetzt, sie wurde dann aber vom deutschsprachigen Publikum fallen gelassen, nachdem sie zur Ikone des französischen Films avanciert war.

Dass neben Starruhm vor allem Einsamkeit, Zerrissenheit und Schicksalsschläge Romy Schneider begleiteten, davon möchte Valga in seiner getanzten Hommage eindringlich erzählen. Sein Hauptanliegen dabei: „die brutale Liebe“ aufzuzeigen, „die Tänzer, Schauspieler, Sänger zu ihrer größten Lebensliebe hegen – der Kunst“. Und die Opfer, die sie dafür zu bringen bereit sind. Viel hat sich Enrique Gasa Valga mit „Romy“ im Deutschen Theater vorgenommen und große Erwartungen darf man haben!
ANNA BEKE

Vorstellungen:

28. Mai bis 8. Juni, Premiere am 29. Mai; Telefon: 089/55 23 44 44

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