Am Wochenende startet das Festival „Various Others“ in ganz München

von Redaktion

Jetzt geht der Sommer richtig los. Reiner Riedlers „Wild River“ hängt in der Kunsthalle München. Das Ausstellungshaus kooperiert mit „Various Others“. © Kunsthalle München

Jetzt einfach mal treiben lassen. Wie die Mädels und Jungs, die auf Reiner Riedlers Fotografie „Wild River“ mit Gummireifen übers Wasser sausen. Ein Werk aus der sehenswerten Schau „Civilization“, die man wie berichtet noch bis 24. August in der Kunsthalle München besuchen kann. Zum Beispiel an diesem Wochenende – das in der Münchner Kunstwelt nicht irgendein Wochenende ist. Es ist der Startschuss für „Various Others“. Ein Festival, das Galerien, Institutionen, Offspaces, internationale Künstler, Sammler, Kreative, kurzum: Menschen zusammenbringen will. Alles im Namen der Kunst.

Normalerweise tun sie das seit der Gründung 2017 immer im September. Im vergangenen Jahr probierten sie zusätzlich eine Ausgabe im Mai aus. Mit derartigem Erfolg, dass Programmdirektor Christian Ganzenberg und sein Team entschieden: Ab jetzt verlegen sie das Festival immer in den Frühling. Kurzes Umdenken also für alle Kunstfreunde. Wer sich etwa für die große Partynacht am Samstagabend im Bayerischen Hof zurechtmacht, der tut das mit dem guten Gefühl: Das hier ist nicht eines der letzten unbestrumpften Wochenenden im Jahr, der Sommer ist noch lange nicht vorbei – er fängt jetzt erst so richtig an.

Die Idee bleibt – ob Frühjahr oder Herbst – dieselbe: „Various Others soll ein Lagerfeuer sein, an dem wir uns austauschen und wärmen können“, formuliert es Ganzenberg. Und eben nicht nur für Menschen, die ohnehin schon ständig in Museen und Ausstellungen herumwirbeln. Es ist explizit eine Einladung auch an diejenigen, die vielleicht zuletzt in der Schule bewusst mit der schönen weiten Welt der Kunst zu tun hatten. Die FestivalMitarbeiter wissen genau, mit welchem Speck sie Freunde der Lebensfreude fangen können.

Pünktlich zum Festival eröffnen 30 neue Ausstellungen an 36 Orten in München, vertreten sind mehr als 250 Künstlerinnen und Künstler. Stichwort „treiben lassen“: Man schnappe sich seinen imaginären Gummiring und sause auf der perfekten Welle aus Empfängen, Performances, Führungen. Das Haus der Kunst etwa lädt am Donnerstag um 17 Uhr zum Soft Opening der Ausstellung „Gülbin Ünlü. Nostralgia“ ein; im Lothringer 13 beginnt am selben Tag um 18 Uhr die Schau „ANARCHIC ANIMISM“ – anarchischer Animismus, in Großbuchstaben.

Das passt natürlich bestens. Denn ein bisschen anarchisch darf es schon zugehen, wenn die Szene der Zeitgenössischen Kunst zusammenkommt. Immer wieder gelingen Ganzenberg und seinem Team Kooperationen, die man nicht gleich auf dem Zettel hätte. In diesem Jahr ist es eine mit dem Bayerischen Hof. Partner bei der Zimmerwahl für die internationalen Künstler war das Haus am Promenadeplatz bereits, doch jetzt wird’s richtig wild: „Innegrit Volkhardt und sämtliche Mitarbeiter waren so offen, im Hotel von den Künstlern ein ganz eigenes Universum schaffen zu lassen.“ Ossian Fraser etwa startet eine Intervention auf der Dachterrasse, überall im Haus wird in den kommenden Tagen Programm geboten. Völlig kostenlos. Inklusive großer Party Samstagnacht. „Wir suchen genau diese Spannungsfelder“, sagt Ganzenberg. „Hier das altehrwürdige Hotel, da die moderne Kunstszene. Denn wir bei Various Others sind ja eher die new Kids on the Block.“ Treibt an.
KATJA KRAFT

Vom 8. bis 18. Mai

in der ganzen Stadt. Programm und Infos unter variousothers.com

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