Mehr Alltag in den Nachrichten

von Redaktion

Jörg Schönenborn

Die „Tagesschau“ experimentiert intern mit einem längeren Format ihrer 20-Uhr-Ausgabe. Im Interview mit dem Deutschlandfunk bestätigte der für Information zuständige WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn am Mittwoch die Pläne. Demzufolge gibt es interne Tests, die „Tagesschau“ am Montag von 15 auf 30 Minuten zu verlängern. Mit der Verlängerung der Nachrichten wolle man diese für den Alltag stärker öffnen, erläuterte Schönenborn: „Es gibt Pflichtthemen, wenn in der Ukraine was passiert, wenn in Berlin im Bundestag etwas passiert. Aber zur Wirklichkeit gehört ja auch, was ich in der Pflege erlebe, was ich in der Bahn erlebe.“

Der Vorteil sei, dass mehr Informationen zur Verfügung gestellt würden. „Der Nachteil ist, dass ich mehr Zeit investieren muss. Und diese Abwägung müssen wir treffen“, sagte der WDR-Programmchef. „Ich glaube, wir werden am Ende beides brauchen. Wir brauchen weiterhin die knappe, kompakte Information, und wir brauchen die Vertiefung.

Die „Tagesschau“ wurde zum ersten Mal am 26. Dezember 1952 ausgestrahlt. Sie wird in der Gemeinschaftsredaktion ARD aktuell produziert, die beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg angesiedelt ist. Im Schnitt sehen laut NDR 9,6 Millionen Menschen die 20-Uhr-Ausgabe. Damit sei das Format die meistgesehene Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen.
ELISA MAKOWSKI

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