Ein philosophisches Bilderbuch, ein illustrierter Naturführer, ein geschriebener, gezeichneter und fotografierter Familienalmanach, durch den sich ein breites Band wissenschaftlicher Lieblingszitate zieht: Die „Ansichten der Natur“ des Autors, Zeichners und Fotografen Willy Puchner sind bekannt aus dem Reiseblatt der „F.A.Z.“ – nun ist ein Buch aus ihnen entstanden. Auf jeder Doppelseite offenbart sich der faszinierende Kosmos eines anziehenden, filigranen Collagestils des in Wien lebenden Künstlers. Wer dann zu lesen beginnt, stellt jedoch bald die Frage, an wen dieses Buch eigentlich gerichtet ist. Denn Puchners tiefgründige Auseinandersetzungen mit der Natur – und sich selbst darin – wollen zeigen, erklären, aufzählen, aber auch: erzählen, tief schürfen, lehren. Neben ästhetischem Genießertum und Wissensdurst bedarf es da auch der Bereitschaft, sich auf Ich-Botschaften zwischen Tagebuch und Poesie, Goethe und Nietzsche einzulassen.
TEG
Willy Puchner:
„Ansichten der Natur“, NordSüd, 64 Seiten, 22 Euro.
★★★★☆ Lesenswert