Auf ewig wird der Song „Son of a Preacher Man“ mit seiner Verwendung im Film „Pulp Fiction“ verbunden sein. Uma Thurmans Lippen am Mikro der Sprechanlage, ihre nackten Füße im Kimono. John Travolta, der desorientiert durch die Designerwohnung tapst, weil er sich gerade einen Schuss gesetzt hat. Ein unsterblicher Kino-Moment, der auf das Lied abfärbte. Dabei hätte es all das nicht gebraucht. Der Song und die LP „Dusty in Memphis“ von 1969 gehören zum besten Soul, der je auf Platte gepresst wurde – jetzt ist er in audiophiler Ausgabe mit ultimativem Klangbild wiederveröffentlicht worden. Die Engländerin Springfield macht sich unter der Ägide der Produzenten Jerry Wexler und Arif Mardin die Musik des schwarzen Amerika zu eigen – mit einer Stimme, die oft hart am Nervenzusammenbruch segelt, aber auch verrucht und unfassbar cool klingen kann: „Just one Smile“ und „The Windmills of your Mind“ sind Drama pur, „Don‘t forget about me“ dampft vor Energie. Ein Kronjuwel.
LÖ
Dusty Springfield:
„Dusty in Memphis“ (Atlantic / Analogue Productions).
★★★★★ Hervorragend