Die „Süddeutsche Zeitung“ hat ihre eigenständigen sieben Regionalteile der Zeitungsausgaben im Münchner Umland aufgegeben. Der Verlag richtet sich damit – wie im vergangenen Jahr angekündigt – stärker aufs Digitale aus und spart bei Zeitungsdruck und Büroflächen in den Regionen. Das teilte der Verlag in München mit.
Der Schritt kommt mitten in einem kompletten Umbruch des „SZ“-Mutterkonzerns: Erst vergangene Woche hatte die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) angekündigt, ihren Mehrheitsanteil an Regionalzeitungen in Baden-Württemberg zu verkaufen – dazu gehören unter anderem „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“.
Bei der „SZ“ werden mit dem Umbau der Regionalberichterstattung die Themen aus den Landkreisen rund um München den Angaben zufolge künftig in vier unterschiedlichen Printausgaben gebündelt. Nachrichten aus München, der Region und Bayern werden demnach auf nun mindestens zehn statt bisher zwölf Zeitungsseiten pro Ausgabe veröffentlicht und in zwei statt bisher drei Zeitungslagen. Im Digitalen lassen sich die Landkreise weiter einzeln anwählen.
Büros in den Landkreisen werden verkleinert oder aufgegeben. Im Einzelnen sollen die Außenstellen der Landkreisausgaben in Freising/Erding, Fürstenfeldbruck, Dachau, Wolfratshausen und Ebersberg geschlossen werden. Die Lokalredaktionen vom Landkreis Starnberg und Landkreis München bleiben aufgrund stabiler Auflagenzahlen erhalten. „Uns ist es wichtiger, in einen zukunftsfesten Regionaljournalismus und neue Formate zu investieren als in Büroflächen, die deutlich weniger genutzt werden als früher“, sagt Geschäftsführer Johannes Hauner. Betriebsbedingte Kündigungen habe es bei dem Umbau nicht gegeben. Die „SZ“-Fernausgabe und die Stadtausgabe München bleiben den Angaben nach unverändert.
DPA