Sie war eine der bedeutendsten Malerinnen des Barock: Artemisia Gentileschi (1593-1654). Eines ihrer berühmtesten Werke ist „Judith enthauptet Holofernes“ (1612). Signiert hat sie es auf dem Schwert, mit dem Judith den Feldherrn enthauptet. Dieses Detail zeigt das große Selbstbewusstsein der Künstlerin. Und ist es nicht auch ein Hinweis auf ihre eigene Geschichte? Gentileschi war als junge Frau vergewaltigt worden. Es kam zum Prozess. Öffentlich musste sie aussagen und – perfide! – sie, das Opfer, wurde gefoltert, zur Überprüfung ihrer Glaubwürdigkeit. Gabriela Jaskulla erzählt in diesem Roman das bewegte Leben der Gentileschi und wie die Vergewaltigung ihr Werk geprägt haben könnte. Alles spekulativ, fiktiv ausgeschmückt. Wer aber die Werke der Gentileschi liebt und anhand der realen Lebensstationen mehr über sie erfahren möchte, findet hier einen leichten Zugang.
KJK
Gabriela Jaskulla:
„Artemisia Gentileschi und der Zorn der Frauen“.
Insel, 393 Seiten; 17 Euro.
★★★★☆ Lesenswert