Und dann die Hände zum Himmel: Am Wochenende starten Rock im Park und am Ring. © Frey/dpa
Metallica, Guns N’ Roses, Billy Eilish und Eminem: Matt Schwarz arbeitet als Konzertveranstalter mit den ganz Großen aus dem Musikgeschäft zusammen. Als CEO von PRK DreamHaus ist der 43-Jährige für Rock am Ring und Rock im Park verantwortlich, die dieses Jahr 40. und 30. Jubiläum feiern. Ein Gespräch über den perfekten Festival-Standort, Ticketpreise und das beste Programm.
Können Sie sich erinnern, wie Sie das erste Mal mit Rock im Park in Berührung gekommen sind?
Das war Anfang der 2000er, allerdings schon in der Veranstalterrolle. Ich war nie als Besucher bei Rock im Park. Meine Quote ist trotzdem nicht schlecht: Ich bin während der Festivals immer einen Tag in Nürnberg, mein Hauptwirkungskreis an dem Wochenende ist aber der Nürburgring.
Haben Sie überhaupt Zeit, sich die Konzerte anzusehen?
Ja, auf jeden Fall. Am schönsten ist es, wenn die Festivals nicht komplett parallel laufen, sondern am Ring am Donnerstag beginnt und der Park noch den Montag dazu hat. Dann ist alles etwas entspannter für mich. Meist laufen Rock am Ring und Rock im Park aber zeitgleich von Freitag bis Sonntag.
Rock im Park findet seit 1997 in Nürnberg statt. Was ist so besonders an dieser Spielstätte?
Es ist das größte innerstädtische Festival in Deutschland. Die Infrastruktur bringt zwar auf der einen Seite extreme Herausforderungen mit sich, wir müssen beispielsweise Jahr für Jahr das Gelände in Teilen immer wieder neu erfinden, wegen diverser Bauvorhaben. Auf der anderen Seite kenne ich es aber nicht, dass du in einer Metropole wie Nürnberg mitten in der Stadt ein Festival dieser Größenordnung hast. Und es ist solch ein friedliches Miteinander. Du bist am idyllischen Dutzendteich, du hast dort das Grün und die Natur, und auf der anderen Seite bist du 15 Minuten vom Zentrum entfernt. Du kannst campen oder halt auch im Hotel schlafen, wenn du das möchtest. Das ist für mich das Beste aus beiden Welten.
Wie hat sich Rock im Park über die Jahre verändert?
Die Anfangsjahre habe ich verpasst, die kenne ich von Aufnahmen und aus Erzählungen. Da war sicherlich einiges wilder und unkoordinierter als heute. Es ist auch eine andere Welt: Als das Ganze angefangen hat, gab es keine Smartphones. Wenn man sich heute das Publikum anschaut, wenn die Shows losgehen und du siehst eigentlich nur Displays in der Luft, egal ob bei Rock im Park oder anderen Konzerten, ist es immer so eine Frage, was man schöner fand. Die Romantik haben die Festivals trotzdem nicht verloren. Man muss auch sagen, dass das Rock-im-Park-Publikum primär für die Musik kommt und nicht für den nächsten Instagram-Post.
Die Müllberge werden kleiner, das Festival wird grüner. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Sie?
Nachhaltigkeit ist uns wichtig. Wir lassen gerade ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem einführen. Wir gehen mehr auf Mehrweggeschirr, Becher sowieso. Und natürlich ist Nürnberg ein Segen, weil man komplett mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Festival kommen kann. Wir sehen aber auch beim Publikum, dass das Bewusstsein wächst. Die Nachfrage nach Green Camping ist stark gestiegen.
Stichwort Campen: Haben sich die Ansprüche verändert?
Ich glaube, das ist eine Typfrage. Ich habe auch mit 20 schon lieber im Hotel übernachtet als im Zelt. Es gibt aber viele Fans, die das Camping und das Miteinander lieben. Was wir wahrnehmen, ist, dass es Menschen gibt, die sich nach mehr Komfort sehnen, und den wollen wir bieten. Aber wir werden sicher kein reines Glamping-Festival.
Tickets sind teurer geworden. Wer sparen will, kauft Early-Bird-Tickets – und damit die Katze im Sack?
Natürlich, aber wir sehen, dass die Absatzzahlen sehr gut sind, wir haben ein großes Stammpublikum. Unser Fokus liegt auf den Besucherinnen und Besuchern. Wir fragen sie, was sie hören wollen, und versuchen, dem bestmöglich programmatisch zu entsprechen. Die Ticketpreise sind gestiegen, aber gerade in Deutschland sind sie im internationalen Vergleich noch moderat. Wir versuchen, den Basisticketpreis möglichst konstant zu halten, trotz steigender Kosten durch Inflation, Energiekrisen und geopolitische Entwicklungen von bis zu 40 Prozent seit der Pandemie.
Wenn Sie drei Headliner wählen könnten, unabhängig von Verfügbarkeit oder Kosten – wen würden Sie buchen?
Wenn Zeitreisen möglich wären, würde ich die Beastie Boys buchen. Die sind ganz nah an meinem Herzen und eine meiner Lieblingsbands. Dann Oasis – definitiv. Und die Rolling Stones. Das wäre ein Traum, die im Festival-Kontext präsentieren zu dürfen, but you can’t always get what you want …
Was wünschen Sie sich für Rock im Park?
Festivals sind ein Ort, an dem Menschen Freude, Gemeinschaft und besondere Erlebnisse finden können. Egal wie schwer es für die Branche ist, ich hoffe, dass wir das noch viele Jahre machen dürfen. Wir haben eine sehr tolle Community vor und hinter der Bühne. Und ich hoffe, dass wir weiterhin nachhaltig erfolgreich sein können.