UNSERE KURZKRITIKEN

Erzählungen von Anne Frank

von Redaktion

Im Sommer 1943 – die Dreizehnjährige versteckt sich bereits ein Jahr lang im Amsterdamer Hinterhaus – beginnt Anne Frank, kleine Geschichten zu verfassen. Sie nennt sie „meine Füller-Kinder“ und freut sich sehr daran, etwas aufzuschreiben, „das vollkommen erfunden ist“. Eine sorgfältig editierte Neuausgabe fasst diese 40 Erzählungen, das Romanfragment „Cadys Leben“ sowie Auszüge aus dem berühmten Tagebuch nun hommageartig zusammen. 48 internationale Illustratorinnen und Illustratoren erfüllen Annes Wunsch, sich zeichnerisch ausdrücken zu können – und erhalten Raum, ihre Interpretationen zu kommentieren. Das schafft eine besondere Synergie: kleine Schätze, die lesend gehoben (und vielleicht weitergesponnen) werden, gebettet in eine Bildwelt, so vielgestaltig fantasievoll wie die junge Autorin selbst. Beides im Kontext von Annes weisen, wichtigen Gedanken – und im Wissen, dass diese literarische Stimme nur 15 Jahre alt werden durfte.TEG

Anne Frank:

„Füller-Kinder“. Jacoby & Stuart, 260 Seiten; 30 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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