Dänisches Sommergewitter

von Redaktion

Volbeat stellen ihr neues Album auch in der Münchner Olympiahalle vor

Große Gesten gehören dazu: Michael Poulsen beim jüngsten Auftritt in München. Am 5. und 6. Oktober spielen Volbeat wieder in der Olympiahalle. © Martin Hangen

Es beginnt mit einem unheilvollen Donnergrollen. Im Takt eines düsteren Metal-Sommergewitters mit schnellen Tempowechseln und unwiderstehlichen Gitarrenriffs eröffnen Volbeat mit „Devils are Awake“ ihr neuntes Studioalbum. Und knüpfen in Druck und Härte nahtlos an den Vorgänger „Servant of the Mind“ von 2021 an.

Gerade einmal fünf Wochen hat die Band aus Kopenhagen gebraucht, um „God of Angels Trust“ zu schreiben und aufzunehmen. Musikalisch sind die zehn Songs, Spielzeit 44 Minuten, natürlich keine vollständige Abkehr vom bekannten Mix aus Rock und Metal, mit dem die Dänen in den vergangenen 20 Jahren auf Headliner-Größe gewachsen sind. Vielmehr sind sie eine Rückbesinnung auf die Anfänge der Band, die inzwischen aus dem Trio Michael Poulsen (Gesang und Gitarre), Kaspar Boye Larsen (Bass) und Jon Larsen (Drums) besteht. Ein bisschen mehr Metal, ein bisschen mehr Gitarre, ein kleines bisschen weniger Gesang.

Poulsen lässt nach diversen Hals- und Stimmband-Operationen lieber die Gitarren sprechen, hat er kürzlich im Interview mit „Metal Hammer“ verraten. Auch, um seine Stimme für künftige Aufnahmen und Tourneen zu schonen. Sein Gesang, der knödeligen Blues mit gutturalem Grollen und Stadionrock vereint, bleibt dennoch ein Markenzeichen der Band.

Fans der frühen VolbeatAlben dürften das neue Werk über weite Strecken als beglückende Zeitreise empfinden. Und die ausgedehnten Riff- und Instrumental-Passagen feiern. So melodisch, wie der Opener ausklingt, schließt sich die erste Single-Auskopplung „By a Monster’s Hand“ an. Nicht nur die nach vorn preschenden Drums erinnern stark an frühe Metallica-Songs, auch die Gitarrenparts huldigen den Metal-Titanen. In diese Kerbe schlagen auch „Better be Fueled than Tamed“ , „At the End of the Sirens“ und die aktuelle Single „Demonic Depression“, die beinhart beginnt und im Refrain wunderbar hymnisch wird.

Die Beimischung von Rockabilly und CountryElementen lassen sich die Dänen auch diesmal nicht nehmen. Am deutlichsten zu hören in der nach VolbeatTradition minimal umständlich betitelten zweiten Single „In the Barn of the Goat giving Birth to Satan’s Spawn in a dying World of Doom“. Die verbeugt sich fast ein bisschen platt mit der Zeile „I walk the Night“ vor dem großen Johnny Cash. Dazwischen mischen sich gefällige Stücke aus der Abteilung Rock-Ballade: „Time will Heal“ und „Lonely Fields“ wissen zu gefallen, vor allem aber das einschmeichelnde „Acid Rain“ reißt mit. Volbeat bleiben Geschichtenerzähler. Und so greifen sie zum Finale mit „Enlightening The Disorder (By A Monster’s Hand Part 2)“ den Anfang wieder auf.

In Summe ist das eine sehr runde Sache. Doch wie steht es bei aller Härte um den Mitsingfaktor? Michael Poulsen, der seit dem Ausstieg von Rob Caggiano im Sommer 2023 auch die Lead-Gitarre spielt, zeichnet für sämtliche Texte verantwortlich und schreibt die meisten Melodien mit seinen Bandkollegen. Einmal erklärte er, dass er beim Schreiben der Lieder darauf achtet, dass die Fans sie mitsingen können. Wie tanzbar „God of Angels Trust“ ist, dürfen die Fans in München selbst beurteilen. Am 5. und 6. Oktober spielen Volbeat in der Olympiahalle, beide Konzerte sind ausverkauft.KATHRIN BRACK

Volbeat:

„Gods of Angels Trust“
(Universal).

Artikel 1 von 11