Der Reichstag strahlt wieder

von Redaktion

Lichtkunstaktion erinnert an die Verhüllung vor 30 Jahren

Postum wurde 2021 der Arc de Triomphe in Paris verhüllt.

Gut beschirmt: das Werk „The Umbrellas“ 1991 in Japan. © afp

Rund fünf Millionen Menschen besuchten im Sommer 1995 den verhüllten Reichstag in Berlin. © Arte Deutschland

Sie realisierten ihre Kunstprojekte stets gemeinsam: Jeanne-Claude und Christo. © Friso Gentsch/dpa

Erinnerung an 1995: Mit Lichtkunst wird bis zum 20. Juni an die Verhüllung des Berliner Reichstags durch Christo und Jeanne-Claude vor 30 Jahren erinnert. © Jorg Carstensen/AFP

Das Kunstwerk ist zurück in der Stadt: 30 Jahre nach der spektakulären Verhüllung des Berliner Reichstags durch das Ehepaar Christo und Jeanne-Claude wurde deren Werk aus dem Jahr 1995 am späten Montagabend mit 24 Hochleistungsprojektoren an die Westfassade des Gebäudes projiziert. Bis nächste Woche Freitag soll die Projektion jeweils nach Einbruch der Dunkelheit ab circa 21.30 Uhr bis 1 Uhr nachts gezeigt werden.

Hunderte Handys wurden auf dem gut gefüllten Platz der Republik am Montag gegen 22 Uhr in die Höhe gehalten, als die Illumination begann. Unter anderem Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte symbolisch auf einen Buzzer gedrückt, um die Projektoren einzuschalten.

Langsam bauten sich einzelne Linien auf der Fassade auf – das Original-Kunstwerk war zunächst nur zu erahnen. Wenige Minuten später folgte dann das ikonische Bild: Große Stoffbahnen rollten Stück für Stück von oben herab und schienen im Wind zu wehen. Rund zehn Minuten dauert ein Durchgang, dann geht es von vorn los.

Mit dabei waren am Montag der Kulturmanager Peter Schwenkow und der Unternehmer Roland Specker, die maßgeblich an dem Projekt beteiligt sind. Sie hatten auch die große Verhüllung 1995 als Gründungsmitglieder des Vereins „Berliner für den Reichstag“ mitinitiiert und gemeinsam mit der „Christo and Jeanne-Claude Foundation“ umgesetzt.

Das Künstlerehepaar Christo (1935-2020) und Jeanne-Claude (1935-2009) begeisterte Menschen in aller Welt mit seinen Projekten. Mit „Wrapped Reichstag“ verhüllten beide vom 24. Juni bis 7. Juli 1995 den späteren Bundestag in Berlin. Die Bilder davon gingen um die Welt. Das lange umstrittene Projekt lockte etwa fünf Millionen Menschen in die Stadt.

Die Lichtprojektion soll nun das Kunstwerk von früher in den kommenden Tagen neu interpretieren. Die Kosten für das Projekt liegen Schwenkow zufolge bei rund einer halben Million Euro. Am 13. Juni wäre auch der 90. Geburtstag des Künstlerehepaares gewesen, beide waren am 13. Juni 1935 geboren worden.MICHEL WINDE

Artikel 5 von 11