UNSERE KURZKRITIKEN

Zu viel Drama, Baby

von Redaktion

Die Geschichte einer Familie, die einen Segeltörn über den Atlantik unternimmt – das klingt doch wie die perfekte Lektüre für den Strandurlaub. Leider übertreibt die kanadische Autorin Polly Clark es in „Ocean. Gefangen im Blau“ jedoch völlig. Denn der Segeltörn ist kein fröhliches Abenteuer, sondern der Versuch von Helen und Frank, ihre Ehe zu retten – und ein Trauma zu überwinden. Helen hat einen Terroranschlag in der U-Bahn überlebt, das Baby in ihrem Bauch aber starb dabei. Clark nimmt uns hier nicht nur per Schiff mit aufs offene Meer, sondern schippert gleichzeitig durch Helens Seelenleben, durch das ständig neue Stürme jagen. Kaum meint man, wieder in ruhigeren Gewässern zu sein, spült die Autorin die nächste Welle an. Das ist zu viel Drama. Und weil unter den Protagonisten keine Sympathieträger sind, unternimmt man diese Reise nur widerwillig bis zum Ende. KJK

Polly Clark:

„Ocean. Gefangen im Blau“.
Eisele Verlag, 336 Seiten; 18 Euro.


★★☆☆☆ Erträglich

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