ALBUM

Gestreiftes Sonnenlicht

von Redaktion

Kann man sich eine schönere Inspiration für einen Song vorstellen? Die Frau ist beim Schwimmen im Meer, und auf dem mit gestreiftem Sommersonnenlicht beschienenen Küchentisch steht eine riesige Schale Erdbeeren. Morgenmüde denkt man sich: „Gut, die sollte ich mit ihr teilen.“ Aber die Dinger schmecken so gut, dass man alles ratzeputz leer futtert. Satt und glücklich schießt Robert Forster der Satz „Someone ate all the Strawberries“ in den Sinn. Gott sei Dank hat der Grandseigneur des Indie-Pop eine Gitarre zur Hand – und bald schon das Titellied des neuen Albums „Strawberries“ (er singt es als Wiedergutmachung mit Gattin Karin). Sommersonnenlicht flutete schon den Sound der australischen Kult-Band Go-Betweens. Und nach dem Tod seines Band-Partners Grant McLennan auch den von Forsters Solo-Platten. Eine wohlige Nostalgie zu klingelnden Gitarren durchströmt das Eröffnungsstück „Tell it back to me“. „Good to cry“ hoppelt mit fast aristokratischer Leichtigkeit dahin – und „Diamonds“ darf zart rumpeln. Von Robert Forster kann man lernen: Gute Songs müssen nicht nach Arbeit klingen.

Robert Forster:

„Strawberries“ (Tapete Records).


★★★★★ Hervorragend

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