Was bei David Bowie 1977 die „Heroes“ waren, sind bei Seiler und Speer 2025 die „Hödn“. Auf dem vierten Album des österreichischen Duos sind einige Helden unterwegs – und noch mehr Antihelden. Die Ungustln, wie der Wiener sagt, bekommen den verdienten Grant von Christopher Seiler und Bernhard Speer ab. „Tot sei wär mir lieber“, singen sie, als sich mit solch unangenehmen Zeitgenossen abzugeben. Ihr guter Rat in einem der neuen Stücke, die mächtig nach vorne marschieren: „Red mit an Aundan!“ Das verkokste Wien hat auch schon bessere Zeiten erlebt, da kann der Fendrich noch so nostalgisch durch „Wean“ geistern. „Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen?“, fragt er. Naaa, lieber ned. Es geht aber auch um die Liebe, zum Beispiel in der hinreißenden Italien-Hymne „In ana aundan Sproch“. Ob sie wollen oder nicht: Mit „Hödn“ festigen Seiler und Speer ihren Status als Austropop-Helden – für mehr als nur einen Tag.JH
Seiler und Speer:
„Hödn“
(Joke Brothers).
★★★★☆ Hörenswert